Cinderella

Abenteuer/Drama, USA 2015
Cinderella fährt zum königlichen Ball

Cinderella fährt zum königlichen Ball

Der Märchenklassiker "Aschenputtel" erlebt unter der Regie von Kenneth Branagh in "Cinderella" eine furiose Neuauflage: Kürbisse werden zu opulenten Kutschen verzaubert, Cate Blanchett gibt die böse Stiefmutter und im Mittelpunkt strahlt eine grandios besetzte Jungschauspielerin.

Der Brite Kenneth Branagh ist nicht nur als Schauspieler ("Wallander", "Operation Walküre") bekannt, er machte sich auch mit seinen exzellenten Shakespeare-Verfilmungen wie "Viel Lärm um Nichts" und "Hamlet" als Regisseur einen Namen. Zu einer seiner letzten Arbeiten zählt auch die viel gelobte Marvel-Comics-Verfilmung "Thor" mit Liam Hemsworth. Nun wendet sich Branagh erneut einem klassischen Stoff zu - dieses Mal allerdings einem Märchen: Er inszeniert "Cinderella" mit Cate Blanchett als böser Stiefmutter von Aschenputtel als opulentes, wunderbar überdrehtes und höchst unterhaltsames Abenteuer.

Keine modernisierte Story, keine Popsongs, keine Flut an Computereffekten: Kenneth Branagh setzt bei seiner Version des Märchens "Cinderella" auf klassische Schauwerte. Die Geschichte folgt der bekannten Vorlage. Ein Waisenkind, Tochter aus gutem Hause, wird von der Stiefmutter und deren zwei bösen Töchtern gequält, geknechtet und als Aschenputtel (Englisch: Cinderella) verspottet. Dank eines Zaubers aber erobert das Mädchen das Herz des Prinzen. Doch da der Zauber nur bis Mitternacht wirkt, und das Mädchen danach wieder zum Schattendasein verurteilt ist, dauert es, ehe der Prinz sie für immer in den Arm nehmen darf.

Optisch hat sich Kenneth Branagh deutlich an dem Animationsfilm von Walt Disney aus dem Jahr 1950 orientiert - es glitzert und funkelt. Der Clou des Films jedoch ist seine Doppelbödigkeit. Kinder können sich ganz naiv dem Zauber der Erzählung hingeben, Erwachsene haben dazu ihren Spaß an zahlreichen satirischen Momenten, die kraftvoll ein allein auf finanziellen Erfolg ausgerichtetes Leben anprangern.

Das stärkste satirische Potenzial entfaltet dabei Cate Blanchett in der Rolle der bösen Stiefmutter. Die zweifache Oscar-Preisträgerin porträtiert die Frau nämlich nicht als übertrieben-teuflische Person, sondern zeigt sie als Opfer einer allein an materiellem Wohlstand orientierten Gesellschaft. Die Botschaft ist klar und entspricht ganz der berühmten Vorlage: Nicht Geld und Gut sind wichtig fürs Glück, sondern Herz und Verstand.

Lily James, bekannt geworden durch den TV-Serien-Hit "Downtown Abbey" strahlt als Cinderella vollendete Schönheit und Grandezza aus. Sie erobert das Publikum im Handumdrehen. Kein Wunder, dass ihr der von Richard Madden verkörperte Prinz sofort verfällt. Neben Cate Blanchett als Stiefmutter von Format erhöhen kurze Auftritt von Stars wie Helena Bonham Carter als gute Fee und Stellan Skarsgård als Schurke das Vergnügen beträchtlich.

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