Charlie Bartlett

Komödie/Drama, USA 2007
Charlie Bartlett als Aushilfs-Psychiater

Charlie Bartlett als Aushilfs-Psychiater

Charlie Bartlett träumt von einem großen Auftritt. Er will einmal auf einer Bühne im Rampenlicht stehen, gefeiert von Hunderten von Zuschauern. Beliebtheit sei das Wichtigste, meint der Titelheld der skurrilen Komödie "Charlie Bartlett" von Regisseur Jon Poll. Was nach einer taschentuchintensiven Geschichte klingt, ist aber die Parodie einer Highschool-Story.

Zunächst verkörpert der Teenager das übersteigerte Ideal eines profitorientierten Geschäftsmannes: Während sein Vater wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzt, verkauft Charlie gefälschte Ausweise und handelt mit Psychopharmaka. Dabei leiht der schnöselige Bursche aus reichem Haus seinen Mitschülern und ihren Problemen eher zufällig sein Gehör. Doch dann wird aus purem Kapitalismus ehrliche Anteilnahme; Charlie wandelt sich vom Außenseiter zum beliebten Schülervertreter.

Die Filmemacher um Poll bewiesen bei der Rollenvergabe ein glückliches Händchen: Anton Yelchin gibt als Charlie Bartlett einen blassen Schüler in schwarzen Klamotten wie von einem anderen Stern. Robert Downey Junior ("Iron Man") spielt einen Schulleiter mit einem Alkoholproblem, der zu drastischen Methoden greift, um sein Berufs- und Privatleben in den Griff zu bekommen.

"Charlie Bartlett" erscheint in Dialogen und Bildern, wie das anarchische Vorbild "Harold and Maude (1971), unkonventionell. In beiden Filmen wird die Psychoanalyse-Couch ironisch verdreht: Der Psychologe redet, während der Patient schweigt. Die Titelhelden ähneln sich, und in beiden Filmen mündet die allgemeine Feel-Good-Atmosphäre im Singen von "If You Want To Be Free, Be Free" von Cat Stevens. Auch Wes Andersons Komödie "Rushmore" (1998) klingt bei Dialogen durch, in denen die Altershierarchie aufgehoben wird. Der Lehrer erscheint wie ein Kind, das vom Schüler Rat bekommt.

In TV und Kino finden: Anton Yelchin, Robert Downey Jr., Hope Davis, Jon Poll

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