Chabrols süßes Gift

Krimi/ , F/CH 2000

"Perversion ist eines der Hauptthemen meines Films", beschrieb der ehemalige Filmkritiker und Meisterregisseur Claude Chabrol sein jüngstes Werk bei der Biennale von Venedig. Was als harmlose Familiengeschichte beginnt, davon bröckelt nach und nach der schöne Schein ab. Übrig bleiben große und kleine Dramen, die Chabrols Credo vom unaufhaltsamen gesellschaftlichen Verfall untermauern. ****

Die Besitzerin einer Schokoladenfabrik, Mika Müller, gibt dem weltberühmten Pianisten André Polonski bereits zum zweiten Mal das Ja-Wort. Kurz darauf erfährt die 18-jährige Jeanne Pollet, dass sie bei ihrer Geburt beinah mit Andrés Sohn aus seiner Ehe mit Lisbeth vertauscht worden wäre. Beinah? Vielleicht wurden sie wirklich vertauscht und Jeanne hat ihr musikalisches Talent von André geerbt? Auf der Suche nach der Wahrheit über ihre Herkunft, dringt die junge Frau immer tiefer in die Familie ein - und stößt auf einige unerfreuliche Details aus Mikas Vergangenheit...

Mit "Chabrols süßes Gift" verfilmte der Regisseur, der als einer der Initiatoren und Vertreter der Nouvelle Vague berühmt worden war, einen der raffinierten Romane der Krimi-Autorin Charlotte Armstrong. Wie in seinen über siebzig Filmen zuvor trifft Chabrol auch diesmal wieder in seiner Beschreibung großbürgerlichen Lebens den Nagel auf den Kopf und sticht dorthin, wo es weh tut.

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