Casino Undercover

Komödie, USA 2017

Comedy-Größe Will Ferrell in Schwierigkeiten

"Casino Undercover" beginnt mit einem sehr amerikanischen Problem: Scott und Kate Johansen brauchen 250.000 Dollar, damit ihre Tochter Alex aufs College gehen kann. Sie wurde zwar an der teuren Buckley-Universität angenommen und hat auch ein Stipendium ihrer Heimatstadt gewonnen. Doch kurz darauf nimmt ein schmieriger Stadtrat den Johansens das Stipendium weg, um ein Schwimmbad zu finanzieren.

Da kommt Nachbar Frank gerade recht. Der steckt dank Scheidung in Sinnkrise und Geldnot und hat flugs die rettende Idee: Die dahinziehende Ehefrau hat ohnehin alle Möbel mitgenommen - warum also nicht ein illegales Casino im Haus eröffnen? Die Bank gewinnt schließlich immer. Fortan geht die Stadt bei den Dreien ein und aus und vergnügt sich mit Roulette, dem obligatorischen Strip oder Hausfrauenkämpfen im Fight Club. Mit dem Erfolg kommen aber andere Sorgen: Falschspieler bedrohen die Gewinnmargen, ein Stadtrat kommt ihnen auf die Schliche und echte Gangster, die ihr Revier nicht so leicht aufgeben wollen.

Klingt unglaubwürdig? Ist es auch. Die Logiklöcher im Drehbuch von "Casino Undercover" sind so tief wie die Geldstapel in Franks Tresor zur Mitte des Films hoch sind: Ausgerechnet in der liebevollen Beziehung zur Tochter sollen die Eltern vergessen haben, selbst für das College der Tochter zu sparen. Die immer lauteren Fight Clubs, Poolpartys und extrem edel blinkenden Bars erregen keinerlei Aufsehen in einer gestriegelten Kleinstadt. Und Alex' Eltern sind zur gleichen Zeit Kiffer, knallharte Gangster, aufgedrehte Würfelspieler und mathematisch unbegabt - alles eben ganz so, wie es gerade in die Notwendigkeiten des Skripts passt.

Außerdem kommt die Story gleichzeitig überdreht und im Leerlauf daher. Besonders das zweite Drittel schleppt sich mit kaum ausgearbeiteten Subplots und unnötigen Charakteren weiter.

Doch trotz dieser Probleme funktioniert "Casino Undercover" passabel als ein wenig schwarz angestrichene Actionkomödie. Besonders die "Saturday Night Live"-Comedysuperstars Will Ferrell ("Anchorman", "Buddy - Der Weihnachtself", "Stiefbrüder) und Amy Poehler ("Sisters", "Baby Mama") spielen mit gutem Timing, und Jason Mantzoukas als Nachbar unterstützt charmant.

Hinzukommt, dass die meisten Zuschauer wissen können, worauf sie sich einlassen. Ferrell und Poehler stehen für schnellen, aber auch manchmal ein wenig dumpfen Humor - und Drehbuchautor Andrew Jay Cohen war auch für die beiden "Bad Neighbors"-Filme verantwortlich. Deren Gags sind denen von "Casino Undercover" sehr ähnlich und selbst die Ausgangslage ist die gleiche, leicht langweiliges Pärchen im amerikanischen Vorstadtidyll inklusive.

Wer den Trailer dieser Möchtegerngangsterkomödie gesehen hat, weiß, was in den 88 Filmminuten über die Leinwand schnurrt: Ein alberner und überdrehter Spaß mit großen Comedytalenten, der sich gut zum Kopfausschalten bei schwülen Sommertemperaturen oder für den kleinen Screen bei der nächsten Flugreise eignet - ein wirklicher Hauptgewinn aber fühlt sich anders an.

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