Casanova Variations

Drama/Fantasy, F/A/P/D 2014
John Malkovich als Giacomo Casanova

John Malkovich als Giacomo Casanova

Regisseur Michael Sturminger liefert mit "Casanova Variations" eine originelle und facettenreiche Verfilmung des Lebens von Überfrauenheld Giacomo Casanova. Der Film des Österreichers basiert auf dem 2011 im Wiener Ronacher uraufgeführten Musiktheaterstück "The Giacomo Variations", in dem Hollywoodstar John Malkovich bereits den alternden Casanova verkörperte, der auf sein Leben zurückblickt.

Die deutsche Adelige Elisa von der Recke - gespielt von Veronica Ferres - besucht den venezianischen Verführer in seinem Schloss, um von ihm seine Memoiren zu ergaunern. Elisa, selber eine ehemalige Geliebte Casanovas, will ein Buch über ihn veröffentlichen - eine Art Abrechnung.

Bereits zuvor ruinierte sie mit einem ähnlichen Buch den nicht minder bekannten Lebenskünstler Cagliostro als Hochstapler und Betrüger. Casanova befürchtet, dass ihm ein ähnliches Schicksal drohen könnte. Doch gleichzeitig sucht er Elisas Nähe, um herauszufinden, wer er selber ist und welche Meinung sie von ihm hat.

Regisseur Sturminger macht es dem Zuschauer nicht leicht, Casanovas Rückblick auf sein eigenes Leben zu teilen, sich seiner Person zu nähern. Permanent lässt er die Geschichte auf verschiedenen Ebenen, Szenarien und sogar in verschiedenen Genres spielen. Mal sehen wir einen historischen Epochenfilm, der Casanova und Elisa im böhmischen Schloss im 19. Jahrhundert zeigt. Plötzlich wird die Geschichte jedoch auf der Bühne der Lissabonner Oper im Jahre 2013 weitererzählt. Damit nicht genug: Beide Erzählstränge verschwimmen immer wieder mit einer dritten Ebene, einer Art Doku rund um die Opernaufführung, in der sich John Malkovich erneut selber als Hollywood-Star in der Backstage-Zone hinter der Bühne interpretiert.

Wie Casanova mit den Frauen spielte, so zwingt auch Sturminger die Zuschauer mit verschiedenen Ebenen zu einem zunächst nicht immer leicht nachvollziehbaren Spiel aus Illusionen, Verwirrungen, vermeintlichen Realitäten, der Bühnenwelt. Er täuscht, zieht in den Bann und lässt einen wieder fallen - so wie es auch der bekannte Verführer mit seinen Liebhaberinnen machte.

Ein lohnenswerter Film über die vielschichtige Geschichte einer legendären Person und ihrer Legende. Man sollte allerdings auch die klassische Opernkunst mögen. Sonst könnte der Film ein wenig lang werden.

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