Capote

Drama/ , CDN/USA 2005
Capote bei der Arbeit

Capote bei der Arbeit

Von der schillernden High-Society-Figur zum gnadenlosen Absturz: Bennett Millers Regiedebüt porträtiert den exzentrischen US-Schriftsteller Truman Capote am Höhepunkt seiner Karriere, als 1959 eine Pressemeldung in der "New York Times" sein Interesse weckt und schließlich sein Leben aus den Fugen geraten lässt.

Ähnlich wie Capote selbst in seinem Roman "Kaltblütig" nur zwei Seiten benötigt, um die Stimmung in Kansas zu beschreiben, führt Miller mit nur wenigen Einstellungen in die Atmosphäre der Geschichte ein. Der Aufsehen erregende Vierfach-Mord, auf den Capote durch die "Times" aufmerksam wurde, wird still angedeutet. Dieser Mord sollte den Schriftsteller schließlich so in seinen Bann ziehen, dass er darüber nicht - wie zuerst geplant - nur eine Story für das Magazin "New Yorker" schrieb, sondern gleich einen ganzen Roman.

"Kaltblütig" (1966) gilt als erstes Non-Fiction-Novel, ein Tatsachenroman, an dem Capote rund sechs Jahre lang schrieb. War er Ende der 50er-Jahre noch der gefeierte Held von "Frühstück bei Tiffany", verwandelten ihn die Recherchen und Gespräche rund um den Mord mit der Zeit immer mehr. Capote fuhr mit seiner Freundin Harper Lee (Catherine Keener), die später mit "Wer die Nachtigall stört" berühmt wurde, zu Recherchen in das Dorf nach Kansas, sprach mit dem ermittelnden Detective Alvin Dewey, dessen Frau Marie - und vor allem Perry Smith und Dick Hickock, den beiden Mördern.

Aus seinem anfänglichen Interesse entwickelte sich eine wahre Obsession: Capote (Oscar-gekrönt: Philip Seymour Hoffman) setzte sich mit Perry Smith (Clifton Collins Jr.) tage- und monatelang in die dunkle und enge Gefängniszelle; was Miller jedoch wie eine Freundschaft darstellt, dürfte sich vielmehr um eine starke sexuelle Anziehung gehandelt haben, die sich nie erfüllen konnte.

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