Calling Hedy Lamarr

Dokumentation, A/D/GB 2004
Calling Hedy Lamarr

"Calling Hedy Lamarr", Georg Mischs Doku über die aus Wien stammende Hollywood-Schauspielerin, zeigt Lamarr nicht nur als erste Nackte der Kinogeschichte. Auch ihre Rolle als Erfinderin und das zwiespältige Verhältnis zu ihren Kindern wird in den Mittelpunkt gerückt. Die Wahrheit über den Star bleibt freilich im Dunkeln.

In Form einer Art inszenierter Telefonkonferenz, in die sich schließlich auch die vor vier Jahren Verstorbene selbst aus dem Jenseits einschaltet, mischt Misch die Mythen und Legenden auf, die sich um die als Hedwig Eva Maria Kiesler geborene Diva ranken.

Das Telefon ist nicht zufällig das strukturierende Leitmotiv des Streifens. Hedy Lamarrs Erfindung des Frequency Hoppings war - unter anderem - eine Voraussetzung für die Entwicklung des Mobiltelefons. Das Telefon war in ihren letzten, zurückgezogenen Lebensjahren auch das einzige Kommunikationsmittel des einstigen Stars mit der Außenwelt: Selbst mit ihren Kindern und engen Freunden verbrachte sie sechs bis sieben Stunden täglich am Telefon. Und schließlich arbeitet Lamarrs Sohn, Anthony Loder, heute als Telefonhändler in Los Angeles.

Der recht seltsame Sohn treibt die Handlung voran und spürt auch die dunklen Seiten der Mutter auf: So erzählt seine Schwester von Hedy Lamarr-Puppen, die sie sich kaufte, um die stets abwesende Mutter zu ersetzen. Eine der obskursten Theorien liefert der Amerika-Korrespondent der österreichischen "Kronen Zeitung", der Lamarr freilich auch nur vom Telefon kannte: Sie habe zweifellos ein Doppelleben als Spionin geführt, das erkläre ihr schizophrenes Verhalten und auch, warum sie keine Nähe zu ihren Kindern gesucht habe und so schnell aus dem Rampenlicht verschwunden sei. Eine der plausibelsten Antworten auf die Frage "Wer war Hedy Lamarr" liefert eine ihrer Freundinnen: "Hedy Lamarr, das war eine Rolle von Hedwig Maria Kiesler."

"Calling Hedy Lamarr" ist weniger ein Porträt der Leinwand-Diva denn das berührende, tragikomische Dokument einer unbewältigten Mutter-Sohn-Beziehung. Mit versöhnlichem Ausgang. Zum Schluss kommen Tony und seine Schwester nach Wien, um hier, Hedy Lamarrs letztem Wunsch entsprechend, ihre Asche zu verstreuen. Wo? "Am Himmel".

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