Nostalgie-Trip: Cafe Society

Drama/Komödie, USA 2016

Bobby will Karriere im Film-Biz machen

Alle Jahre wieder ein neuer Woody Allen. Und auch mit seinen 80 Jahren dreht der New Yorker Neurotiker stets den gleichen Film darüber, was Sie schon immer über die Liebe wissen wollten -und präsentiert uns in Café Society einen nostalgisch-schönen Mix aus Romantik-und Tragikomödie mit Starbesetzung.

Mit Café Society wurde das 69. Filmfestival von Cannes eröffnet. Nach Hollywood Ending ('02) und Midnight in Paris (2011) wurde diese Ehre dem New Yorker Altmeister bereits zum dritten Mal zuteil. Allerdings lief sein 47. Kinofilm, den er mit Hilfe des dreifach oscarprämierten Kamerakünstlers Vittorio Storaro (Der letzte Kaiser) zum ersten Mal auf digitalem Material drehte, ganz bewusst außer Konkurrenz. Woody Allen glaubt nämlich nicht an künstlerische Wettbewerbe. Für ihn gehören Wettkämpfe in den Sport. Um möglichst vielen Erzählsträngen zu folgen, hat Allen seine Geschichte wie einen Familienroman angelegt und sogar einen Erzähler eingeführt, den er selbst spricht. Dabei wechselt er zwischen New York, wo Bobbys jüdische Familie lebt, und dem ewig sonnigen Hollywood hin und her.

Liebesdreieck im Hollywood der 30er

Zur Story: Der junge Bobby Dorfman (Jesse Eisenberg) aus der Bronx zieht in den späten 30er-Jahren nach Hollywood, um sein Glück zu finden. Dass sein Onkel Phil (Steve Carell) ein mächtiger Hollywood-Studioboss ist, schadet dabei nicht unbedingt, doch der lässt den naiven Verwandten zunächst einmal schmoren. Immer wieder wird Bobby versetzt, dafür lernt er beim Warten im Büro Phils attraktive Sekretärin Vonnie (Kristen Stewart) kennen. Der zaghafte Flirt des schüchternen Helden führt bald zu großer Leidenschaft. Dumm nur, dass er nicht ahnt, dass Vonnies Herz bereits vergeben ist. Schlimmer noch: Der Lover ist ausgerechnet sein Onkel. Als dieser sich durchringt, seine Frau zu verlassen, muss sich Vonnie entscheiden: zwischen einem Leben voll bedingungsloser Liebe und einem sorglosen Leben voller Luxus und Glamour.

Fazit: Café Society besticht durch ein wunderbar exzentrisches Figurenkabinett, geschliffene, sarkastisch-ironische Dialoge ("Das Leben ist eine Komödie, die ein sadistischer Autor geschrieben hat"), einen eleganten Jazzscore, ein wenig Herzschmerz und amouröse Verwicklungen in edler Ausstattung. Ein weiteres Meisterwerk ist Allen diesmal zwar nicht gelungen, aber auch dieser harmlos dahinplätschernde Streifen ist allemal kurzweiliger als so manch jüngere Komödien-Konkurrenz.

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