C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben

Drama, F 2008
Familienfilm-Erfolg aus Frankreich

Familienfilm-Erfolg aus Frankreich

Rémi Bezancons Tragikomödie erzählt in turbulenten Episoden, die sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren erstrecken, von den Sorgen, Nöten und Freuden des Paares Duval und seiner drei erwachsenen Kinder, wobei jeder einzelne von ihnen eigene Herausforderungen zu meistern hat. Die Franzosen sind von dem Familienfilm so angetan, dass sie bereits mehr als eine Million Mal in die Kinos strömten.

Außerdem erhielt die Produktion im Februar gleich dreifach den national wichtigsten Preis "César" ­ zuvor hatte es neun Nominierungen gegeben. Für den Erfolg scheinen jedoch Thematik und Wiedererkennungseffekt verantwortlicher zu sein als der Kunstwert des allzu eindeutig kalkulierten Films.

Es ist 1988, als Albert (Pio Marmai) den toten Familienhund im Garten begräbt und aus dem elterlichen Bungalow auszieht ­ in eine Dachbude, die ihm sein knorriger Großvater mietfrei überlässt. Der 20-jährige Medizinstudent will seinen eigenen Weg gehen und verliebt sich sogleich in seine hübsche neue Nachbarin. Für die Mutter (Zabou Breitman) bricht die Welt zusammen: "Heute habe ich ein Kind verloren."

1993 ringt Alberts nun 16-jährige Schwester Fleur (Déborah Francois) schwer um Identität, macht auf Grunge, kifft und schläft zum ersten Mal mit einem Jungen, der sie daraufhin tief verletzt. Vater Robert (Jacques Gamblin), Taxifahrer und alter "Doors"-Fan, fühlt sich weder vom eigenen Vater noch vom Rest der Welt anerkannt. 1998 empfindet sich die Mutter im Laufe des Umbruchs ihrer Familie, zu der auch Spätzünder Raph (Marc-André Grondin) gehört, als überflüssig und vom Ehemann unbegehrt. Sie plant daher eine Schönheitsoperation. So gehen die kleinen und großen Duvalschen Dramen dahin, bis sie im Jahr 2000 dramatisch, traurig und versöhnlich zugleich ihren Höhepunkt finden.

Mittels leicht altmodischer Autos, Fotoapparaten und Frisuren, dazu jeder Menge Rocksound jener Jahre, fängt der 38-jährige Autor und Regisseur Bezancon ("Love Is In The Air", 2005) ein Zeitkolorit ein, das jeder Erwachsene von heute selbst miterlebt hat: Alles erscheint gerade erst passiert zu sein.

Auch die Probleme der alltäglich wirkenden, aber mit Herzenseinsatz agierenden Darsteller sind wohl jedem vertraut, der in einer Familie aufgewachsen ist. Es geht um Abnabelung und genetische Bande, um Selbstfindung und Versäumnisse, um Macht und Midlife-Crisis. Krankheit und Tod gehören in "C'est la vie" genauso dazu wie Sex und Geschwisterzusammenhalt. Und am Ende siegt über alle Widrigkeiten die archetypische Kraft familiärer Liebe.

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