Burlesque

Drama, USA 2010
Ein Mädchen vom Land sucht ihr Glück in L.A.

Ein Mädchen vom Land sucht ihr Glück in L.A.

Christine Aguilera versucht sich erstmals auf der Leinwand - in einem Glittertraum namens "Burlesque". Der Film versammelt mit der 30-jährigen Sängerin und Altstar Cher (64) zwei mächtige Stimmen zu einem Prinzessinnenmärchen vom Waisenkind aus Iowa, das als Landei in den halbverruchten "Club Burlesque" in Los Angeles kommt und dort unter Patronage der Clubmutter Tess den Sprung zum Star schafft.

Ästhetisch gestaltete sich "Burlesque" in jeder Hinsicht als Spielfilmversion des 2001 entstandenen Videoclips "Lady Marmelade" von Aguilera, Lil' Kim, Mya und Pink. Vornehmlich im verruchten Halbdunkel des Clubs spielend, besteht der Film vornehmlich aus einer Abfolge von erotischen Revuenummern im namensgebenden Burlesquestil, den Dita von Teese wieder populär gemacht hatte. In ausgeklügelten Choreographien tanzen die Damen des Clubs zum Playback auf der Bühne, die primären Geschlechtsmerkmale notdürftig bedeckt, die sekundären dafür umso stärker betont. Allerdings bleibt das Ganze letztlich doch so ziemlich, dass die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) eine Freigabe ab sechs Jahren erteilen konnte.

Aguileras großes Plus, ihre rauchige Soul-Stimme, kommt erst nach einer Stunde zum Einsatz, nachdem sich das einstige hässliche Entlein bereits auf die Bühne hochgearbeitet hat und sie ein von Zickengegenspielerin Nikki (Kristen Bell) verursachter Tonausfall zum Livesingen nötigt. Insgesamt darf Cher mit ihrer mächtigen Stimme zwei Songs beisteuern, der Rest stammt von Aguilera.

Auch schauspielerisch muss sich die Jüngere nicht vor der legendären Cher verstecken, die nach sieben Jahren Abwesenheit mit "Burlesque" zum Spielfilm zurückkehrt und im Metier schon ein Routinier ist. Schließlich gewann sie für ihre Rolle in "Mondsüchtig" 1988 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Im Musical "Burlesque" spielt die wie eine 40-Jährige erscheinende 64-Jährige nun vornehmlich mit den Augen - die Gesichtsmuskeln sind nach zahlreichen Schönheitsoperationen offensichtlich nur mehr begrenzt für mimische Äußerungen zu verwenden. Den charmanten Plänkeleien mit dem schwulen Bühnenmanager (Stanley Tucci) tut dies allerdings keinen Abbruch.

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