Bulb Fiction

Dokumentation, A 2011
Wo viel Licht, da viel Schatten

Wo viel Licht, da viel Schatten

Wo viel Licht, da viel Schatten: Der österreichische Regisseur Christoph Mayr richtet in seiner Dokumentation "Bulb Fiction" die Energiesparlampe förmlich hin: Mit ihr droht Quecksilbervergiftung, sie hat das falsche Lichtspektrum, flackert, was neurologische Prozesse stören könnte, hat eine geringere Lebensdauer als angegeben, wird nicht umweltfreundlich entsorgt und überhaupt und sowieso.

Was fängt man als Zuschauer nach der aufwendig recherchierten Bestandsaufnahme jedoch mit den gewonnenen Erkenntnissen an? Das schiere Wissen, dass theoretisch langlebigere Glühbirnen hergestellt werden könnten, hilft einem bei der abendlichen Wohnraumerleuchtung erst mal wenig.

"Gefährde ich meine Familie, oder rette ich die Erde?", so Mayrs Grundfrage von Beginn des Films, als er schon Angst vor dem Quecksilbergehalt der Leuchtmittel hatte, aber noch an deren übrige positive Eigenschaften glaubte. Infolge reist der Regisseur von Deutschland nach Brüssel, von Wien nach Indien und bis nach China. Er trifft einen stotternden Nachhaltigkeitsbeauftragter von IKEA, eine quecksilbergeschädigte Familie in Deutschland, den glühbirnverbotskritischen Brüsseler Mandatar Holger Krahmer, der sich als FDP-Politiker gegen Marktregularien ausspricht und Eingriff in die Freiheit der Bürger geißelt.

Mayr analysiert mit Wissenschaftern vom Atominstitut der TU Wien den Quecksilbergehalt der Leuchtmittel, interviewt Umweltwissenschafter, spricht mit Lampenverkäufern und reist zu den Lampenrecyclern nach China, wo ohne entsprechende Schutzkleidung mit den Überresten der Birnen hantiert wird - fachgerechtes Entsorgen bringt für den kritischen Konsumenten also auch nichts. Dann wird auch noch Greenpeace als indirekter Lobbyist der Lampenindustrie kritisiert, da die Umweltorganisation eine entsprechende Studie gegen die Energiesparlampen unterdrücke und somit die letzte Hoffnung auf Rehabilitierung des guten Umweltgewissens zerstört.

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