Brüno

Komödie, USA 2009
Sacha Baron Cohen ist Brüno

Sacha Baron Cohen ist Brüno

In der Rolle des rassistischen Journalisten Borat aus Kasachstan sorgte Sacha Baron Cohen schon vor drei Jahren für jede Menge Wirbel. Nun bringt der Komiker eine weitere Kunstfigur ins Kino: Als schwuler, österreichischer Modejournalist Brüno jettet Cohen um die Welt, provoziert seine Umwelt mit exzentrischen Auftritten und überrascht dabei mit durchgedrehten Aktionen.

Der blonde, häufig knapp bekleidete Reporter Brüno wird nach einem Eklat bei der Mailänder Modewoche aus seiner Sendung "Funkyzeit" geworfen und macht sich auf nach Los Angeles, wo er "der größte österreichische Superstar seit Hitler" werden will. Um das zu erreichen, versucht Brüno in dem parodistischen Dokumentarfilm in rasend schneller Abfolge einiges: Er interviewt die Sängerin Paula Abdul, dabei auf hockenden Menschen als Stuhlersatz sitzend, brüskiert einen Führer der Al-Aqsa-Brigaden, indem er Osama bin Laden mit einem obdachlosen Weihnachtsmann vergleicht und holt sich vor den Augen entsetzter Mitreisender ein schwarzes Adoptivbaby vom Flughafengepäckband ab: "Madonna hat es, Brangelina hat es - jetzt hab ich auch eins."

Mit solchen selbstinszenierten Auftritten kennt sich Brüno alias Baron Cohen bestens aus. Schon während der Dreharbeiten kursierten immer wieder Meldungen und kleine Filmchen über die brachialen Ideen des britischen Komikers. Bei den MTV Movie Awards sorgte er vor kurzem für Schlagzeilen, als er sich in einem weißen Engelsgewand von der Decke abseilte und auf dem Schoß des Rappers Eminem landete - sein spärlich bekleideter Hintern lachte Eminem bei dieser abgesprochenen Einlage direkt ins Gesicht.

Auch im Film, bei dem Larry Charles Regie führte, scheint Baron Cohen erneut keine Schmerz- und Schamgrenze zu kennen. Während der Komiker in "Borat" als Naivling aus Kasachstan seinen Gesprächspartnern in den USA politisch inkorrekte Aussagen entlockte, geht er als klischeeschwuler, österreichsicher Mode-Reporter Brüno deutlich offensiver vor und fordert die Menschen zur Gegenwehr heraus. Auch wenn "Brüno" dabei erwartungsgemäß keiner wirklich tiefgründigen Geschichte folgt, so parodiert der Film genüsslich den Wahn nach medialem Ruhm und ist zugleich geschmacklose wie hochkomische Komödie.

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