Broken Flowers

Abenteuer/Komödie, USA/F 2005
Bill Murray glänzt wie einst Buster Keaton

Bill Murray glänzt wie einst Buster Keaton

Ein charmantes Meisterwerk des Understatements hat Jim Jarmusch mit seinem neuen Film "Broken Flowers" vorgelegt. Bill Murray macht sich darin nach einem rätselhaften Brief auf die Suche nach seinem unbekannten, erwachsenen Sohn. Die melancholische Komödie lebt vom minimalistischen Minenspiel Murrays und erntete in Cannes viel Lob.

Rosarot war der Brief, der Don Johnston (Bill Murray) aus dem blauen Himmel heraus vor die Füße flatterte. Kein Absender, dafür die Warnung, dass sich sein Sohn, von dem er bis dahin nichts wusste, sich auf den Weg zu ihm gemacht habe. Rosarot sind auch die Blumensträuße, die der akribische Einzelgänger als Erkennungszeichen verstohlen in den Händen hält, wenn er an die Türen seiner längst aus den Augen verlorenen Exfreundinnen klopft.

Den ganz normalen Wahnsinn eines Querschnitt durch US-amerikanische Milieus bebildert Jarmusch mit bis ins letzte Detail durchgestylten Aufnahmen. So zieht sich Rosa als vielsagende Leitfarbe durch den Film. Eindrucksvoll gelungen ist auch das festungsartige, kühle Eigenheim des wohlhabenden Johnston, zu dem kein besserer Kontrast als das vor Leben überquellende Haus der Nachbarsfamilie hätte gefunden werden können.

Der Jury der 58. Filmfestspiele von Cannes waren die Familienangelegenheiten von "Broken Flowers" den Grand Prix wert. Der leichte Zugang und der Verzicht auf eindeutige Lösungen treffen in Jarmuschs Film glücklich mit großen schauspielerischen Leistungen zusammen. Der Regisseur und Drehbuchschreiber hat alles auf seinen Hauptdarsteller ausgerichtet, doch die "supporting acts" von Sharon Stone, Tilda Swinton oder Jessica Lange verleihen dem Streifen die nötige Farbe - abseits vom leitmotivischen Rosarot.

Jarmusch lässt die Bilder sprechen - und die haben viel zu erzählen. Mit viel trockenem Humor verhandelt der Amerikaner so große Themen wie den Rückblick auf das eigene Versagen, auf den Scherbenhaufen Leben und philosophiert ohne Worte über trügerische Zeichen, die der Zufall schickt. Ein richtig schöner Film.

In TV und Kino finden: Bill Murray, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Jim Jarmusch

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