Broadway Therapy

Komödie, USA 2014

Regisseur Arnold macht Callgirl Izzy zur Schauspielerin

Nach mehreren Jahren Auszeit kehrt Kult-Regisseur Peter Bogdanovich ("Is' was, Doc?") mit "Broadway Therapy" ins Kino zurück und begeistert mit einer schrillen Farce um Lust und Leid der Liebe. Die Hollywoodstars Jennifer Aniston, Owen Wilson, Rhys Ifans und Regisseur Quentin Tarantino als Überraschungsgast entzünden ein Feuerwerk an Wortwitz und Situationskomik.

Der Rahmen des turbulenten Geschehens um diverse Sex-Eskapaden ist ein Interview der aufstrebenden Jungschauspielerin Isabella (Imogen Poots). Freimütig erzählt sie einer schockierten Journalistin vom Beginn ihrer Karriere: Isabella hat als Prostituierte gearbeitet. Zum entscheidenden Schritt vom Bett auf die Bühne hat ihr ein Kunde verholfen, Regisseur Arnold (Owen Wilson). Kompliziert wird es, als sie ausgerechnet in einer Inszenierung ihres freigiebigen Förderers eine Rolle am Broadway übernehmen will.

Die überbordende Komik resultiert zunächst vor allem aus dem Gegensatz von der im Herzen unschuldigen Isabella und dem durchtriebenen Schürzenjäger Arnold. Welten prallen aufeinander: Während die junge Frau aufrichtig nach dauerhaftem Glück strebt, sucht der schon ein wenig in die Jahre gekommene Lebemann nichts als den schnellen Rausch. Bogdanovich garniert diese ins Schrill-Komische übersteigerte Grundsituation mit großem Spaß an vor allem erotisch aufgeladenem Humor.

Nebenbei werden viele Pfeile wider die gerade in den USA wabernde Bigotterie abgeschossen: Alle treiben es bunt, doch niemand steht dazu. Arnolds Ehefrau, ihr früherer Liebhaber, der Autor des von Arnold inszenierten Stücks samt Partnerin und eine durchgeknallte Psychotherapeutin mit Kundschaft im Schlepptau können von der jungen Frau mit der verruchten Vergangenheit einiges an Anstand lernen.

Das von der bezaubernden Engländerin Imogen Poots ("28 Weeks Later", "A Long Way Down") angeführte Ensemble brilliert mit sprühendem Charme und knackigem Witz. Neben Poots setzt Jennifer Aniston als emotional schwer angeschlagene Seelenklempnerin Glanzpunkte. Auch Owen Wilson und Rhys Ifans als Kerle mit Hormonüberschuss bei Hirnschwund haben Momente, die wohl selbst Puristen zu brüllendem Lachen animieren.

Stilistisch knüpft Regisseur Peter Bogdanovich an seinen Welterfolg "Is' was, Doc?" aus dem Jahr 1972 an. Wieder feiert er die Kunst von Hollywood-Regisseuren der Vergangenheit wie Ernst Lubitsch, Frank Capra und Billy Wilder, deren Komödien Kinogeschichte geschrieben haben. Bogdanovich huldigt insbesondere den Screwball Comedies der 1930er/40er Jahre, erotisch aufgeladenen Lustspielen mit rasantem Sprachwitz und wilder Situationskomik.

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