Brighton Rock

Krimi/Drama, GB 2010
Pinkie heiratet die naive Kellnerin Rose

Pinkie heiratet die naive Kellnerin Rose

Das britische Seebad Brighton, Mitte der 1960er Jahre: Der idyllische Ort an der Küste Englands erweckt zwar den Anschein einer Ruheoase, ist aber hinter dieser prüden Fassade von Wut und Zerstörung geprägt. Rivalisierende Banden machen sich und den Bewohnern das Leben schwer. Mit "Brighton Rock" kommt die verstörend inszenierte Neuverfilmung des Romans von Graham Greene in die Kinos.

Während Greenes 1939 erschienenes Werk (dt. Titel: "Am Abgrund des Lebens") sowie die erste Filmadaption mit Richard Attenborough noch in den 1930er Jahren angesiedelt sind, verlegt Regisseur Rowan Joffe die Handlung in die Zeit der Kämpfe zwischen Rockern und Mods. Der Nachwuchsganove Pinkie Brown (Sam Riley) muss eines Nachts mitansehen, wie sein Boss von rivalisierenden Bandenmitgliedern ermordet wird - Gangsterboss Colleoni (Andy Serkis) macht sich bemerkbar. Der zu Beginn schüchtern und unsicher wirkende Pinkie rächt den Mord, was sich in weiterer Folge als von etlichen Missgeschicken begleitete Entscheidung herausstellt.

Ein belastendes Foto taucht auf, das die einzige Zeugin der Geschehnisse, die Kellnerin Rose (Andrea Riseborough), ins Blickfeld von Pinkie und seinen Kumpanen bringt. Ab diesem Zeitpunkt wandelt sich die Ausrichtung des Films, wird neben einer Gangsterballade zu einer beinharten und mit wachsendem Unbehagen zu beobachtenden Liebesgeschichte, da sich Rose unsterblich in den von immer mehr Narben entstellten Verbrecher verliebt. Schließlich heiratet Pinkie die naive Frau, um sie einer Befragung durch die Polizei zu entziehen - sehr zum Missfallen der resoluten Restaurantbesitzerin Ida (Helen Mirren), die versucht, Rose zu beschützen.

Während Mirren und Serkis, ebenso wie John Hurt in einer Nebenrolle, überzeugend, aber wenig aufregend agieren, sticht Riseborough mit ihrer Darstellung der Kellnerin Rose alle aus: Zerbrechlich und rehäugig steht sie dem hochgewachsenen Pinkie zur Seite, allen offensichtlichen Misshandlungen und Verbrechen zum Trotz. Ihre durch nichts zu erschütternde Zuneigung wirkt dabei zu keiner Zeit aufgesetzt, vielmehr will man ihr einen rettenden Anker zuwerfen, um die Abwärtsspirale abzuwenden. Ein bedrückender Film, der durch die großartige Klangkulisse von Martin Phipps - bisher hauptsächlich für TV-Produktionen verantwortlich - veredelt wird.

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