Brand

Drama, A/D 2011
Brisanter Thriller von Thomas Roth

Brisanter Thriller von Thomas Roth

"Brand", der bedrohlich-knisternde Titel soll die Gangart des neuen Films von Regisseur Thomas Roth vorgeben. Ein Thriller, der in trockenem Tonfall von heißen Leidenschaften erzählt. Der berühmte Schriftsteller Brand, gespielt von "Knochenmann" Josef Bierbichler, beginnt eine Affäre mit der Frau eines eifersüchtigen Polizisten, der sich als perfider Rächer herausstellt.

Brand leidet wegen einer schweren Erkrankung seiner Frau Martha (Erika Deutinger, "Mundl"-Tochter Hanni) an einer Schreibblockade und unter Geldnot. Er verbringt die Tage bei ihr im Krankenhaus und hält das alltägliche Sterben mit der Kamera fest. Eines Tages läuft ihm die junge Krankenschwester Angela (Angela Gregovic) vor die Linse. Die beiden beginnen eine Affäre. Schon beim ersten Rendezvous wird das nicht nur nach Lebensjahren ungleiche Paar von einem Mann beobachtet. Er heißt Philip (Manuel Rubey), wie man später erfährt. Philip ist der Kollege von Celik (Denis Moschitto), Angelas Ehemann, einem unberechenbaren türkisch-stämmigen Polizisten. Er setzt Amts-und rohe Gewalt ein, um Brand in die Enge zu treiben, bis auch dessen kranke Frau Verdacht schöpft.

Thomas Roth, Sohn des bekannten Autors Gerhard Roth, ist Krimi-Spezialist ("Trautmann") und drehte das Biopic "Falco" (2008, ebenfalls mit Manuel Rubey). Gekonnt erzeugt er in der deutsch-österreichischen Ko-Produktion "Brand" düstere Stimmungen mit ruhigen Szenen, kühlen Farben und Lichtakzenten nach Film-noir-Art. Aber dem Geschehen fehlt die Sogwirkung eines Leinwand-Dramas. Sex, Betrug, Gewalt und Tod, die nötigen Ingredienzien sind vorhanden, werden aber nur zu routiniertem Suspense gemischt, die Figuren bleiben flach.

Moschitto und Rubey wirken zudem neben dem bayrischen Kraftschauspieler Bierbichler wie Möchtegern-Gangster. Kein Vergleich zu Bierbichlers Duell mit Josef Hader in "Der Knochenmann" (2009). Die bisher praktisch unbekannte Angela Gregovic passt hingegen mit starkem Akzent und kantigem Profil hervorragend in einen "Schwarz-Weiß-Film in Farbe" (Roth). Mit Deutinger, Karlheinz Hackl als Anwalt und Heribert Sasse als Polizeikommissar sind auch die Nebenrollen gut besetzt. "Brand" ist nicht großes Kino, aber stimmig gefilmte Thriller-Spannung mit Lokalkolorit.

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