Boy 7

Action/Drama, D 2015

Sam weiß nicht, warum er verfolgt wird

Die Welt ist schlecht und die Zukunft erst recht. Dieses Bild prägt spätestens seit dem großen Erfolg von "Die Tribute von Panem" derzeit viele Jugendfilme. Mit "Boy 7" kommt die nächste dystopische Zukunftsvision in die Kinos. In dem Science-Fiction-Thriller muss David Kross dabei nicht nur gegen dunkle Mächte, sondern auch den Verlust der eigenen Erinnerung kämpfen.

So erwacht er in einem U-Bahn-Schacht - ohne zu wissen, wie er dort hingekommen ist, oder wie er heißt. Bald ist ihm die Polizei auf den Fersen, während er sich in ein Lokal flüchtet, dessen Flyer er in seiner Tasche gefunden hat. Auf der Toilette entdeckt er ein verstecktes Tagebuch, das mit den Worten "Ich bin Du" beginnt und den Erinnerungslosen als Sam ausweist - sowie eine groß angelegte Verschwörung aufdeckt. Kurz darauf taucht eine junge Frau (Emilia Schüle) auf, die Sams Schicksal teilt und sich an nichts erinnert. Zusammen müssen die beiden nun ihre gemeinsame Vergangenheit entschlüsseln, die in einem Camp zur Resozialisierung beginnt, das junge Computergenies auf Abwegen versammelt. Dort lautet Sams Name zur Entpersonalisierung schlicht "Boy 7". Unter Resozialisierung verstehen die Verantwortlichen allerdings nicht die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Der Zukunftsthriller basiert auf einem Buch der Niederländerin Mirjam Mous und kommt nun als spannendes Doppelexperiment auf die große Leinwand - schließlich war vor der deutschen im Frühjahr bereits eine niederländische Variante mit anderen Schauspielern angelaufen. Dieser Doppelschlag ist allerdings keine Konkurrenzveranstaltung, sondern von den Machern so geplant. In beiden Fällen stammt das Drehbuch von Philip Delmaar und Marco van Geffen und heißen die Produzenten Joost de Vries und Leontine Petit.

Da die übrigen Schnittstellen der Filmproduktion jedoch anders besetzt sind, dient das Projekt auch dazu, den unterschiedlichen Umgang zweier Nationen mit dem gleichen Stoff zu demonstrieren. Der niederländische Regisseur Lourens Blok hat seine Version etwa weiter in die Zukunft verlegt als sein deutscher Kollege Özgür Yildirim ("Blutzbrüdaz") bei seinem erst dritten Spielfilm. Dafür setzt der deutsche "Boy 7" ganz auf eine technoide, aufwendige Bildgestaltung mit schnellen, poppigen Schnitten und bewusst unausgeglichenen Kameraeinstellungen - sowie den Hauptdarsteller David Kross.

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