Borat

Komödie/ , USA 2006
Ami-Schreck: Sacha Baron Cohen a.k.a. "Borat"

Ami-Schreck: Sacha Baron Cohen a.k.a. "Borat"

Als sein Alter Ego "Ali G." ist der britische Komiker Sacha Baron Cohen berühmt geworden. Ähnlich grotesk und zudem politisch unkorrekt ist seine Darstellung des TV-Reporters Borat Sagdiyev aus Kasachstan, der in dieser Doku-Satire unterwegs durch die USA reist, um von den Sitten und Gebräuchen etwas zu lernen. Tatsächlich aber die Borniertheit seiner Gesprächspartner aufdeckt.

Wurden die kasachischen Dorfszenen noch in Rumänien gedreht, sind die Sequenzen in den USA zumeist nicht gestellt, sondern mit Handkamera live und spontan gefilmt. Borat läuft durch New York, begrüßt wildfremde Passanten auf der Straße oder in der U-Bahn mit zwei Backenküssen, worauf diese erbost reagieren oder die Flucht ergreifen. Konkreter wird die ganze Geschichte, wenn der TV-Reporter "offizielle" Termine wahrnimmt: er unterhält sich mit einem Witzforscher, mit Feministinnen, einem Fahrlehrer sowie einer Benimmlehrerin und deren Dinnergruppe, tritt im US-Frühstücksfernsehen auf oder singt beim Rodeo die "kasachische Nationalhymne" zur Melodie der US-Hymne.

Dabei ist seine Strategie scheinbar einfach - Borat ist antisemitisch, rassistisch, sexistisch und prägt Sprüche, die für fünf Ausgaben des Satire-Magazins "Titanic" reichen würden. Und doch lässt er eigentlich seine Gesprächspartner reden. Wenn ihm, dem dünnen und großen Mann mit dem starken Akzent und dem dicken Schnurrbart, beim Rodeo nahe gelegt wird, er solle sich doch den Schnurrbart abrasieren, um nicht zu sehr wie ein Moslem auszusehen, ist das genauso entlarvend wie die männliche Studentengruppe, deren Frauenbild ärger ist, als Borat es offenbar je selbst zeichnen könnte.

Eine Frau ist schließlich auch der rote Faden, dem Borat durch den zwischen Comedy-Roadmovie und (Fake-)Doku angelegten Film folgt - er hat sich beim Fernsehen in "Baywatch"-Nixe Pamela Anderson verliebt und will mit seinem kasachischen Delegationsleiter nach Kalifornien fahren, um ihr dort einen Heiratsantrag zu machen. Bis dahin werden die Lachmuskeln sehr strapaziert und weit verbreitete Ängste und Vorurteile in der amerikanischen Gesellschaft bloßgestellt.

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