Blade Runner 2049

Science Fiction/Thriller, GB/USA/CDN 2017

Polizist K ist einem Geheimnis auf der Spur

Mehr als drei Jahrzehnte nach Ridley Scotts revolutionärem Sci-Fi-Kulthit ‚Blade Runner‘ spinnt Starregisseur Denis Villeneuve den Klassiker mit Ryan Gosling und Harrison Ford weiter

Mit Blade Runner 2049 startet 35 Jahre nach dem Original nun die heißersehnte Fortsetzung in unseren Kinos.

In den 30 Jahren seit dem Vorgänger hat sich viel getan. Die Tyrell-Corporation ist nach dem Ableben ihres Gründers längst bankrottgegangen. 2023 wurde die Herstellung von Replikanten nach mehreren schwerwiegenden Vorfällen verboten. Als der ebenso brillante wie skrupellose Industrielle Niander Wallace (Jared Leto) ein neues, verbessertes Modell, den Nexus 9, vorstellte, wurde die Produktion 2036 jedoch wieder erlaubt. Im L.A. des Jahres 2049 hat sich das Klima offenbar noch einmal verschlechtert.

Während es im alten Film ständig regnete, beherrschen jetzt auch Dürren und Schnee die Szenerie. Um die längst nicht mehr zugelassenen Nexus-8-Replikanten-Modelle, die sich nach wie vor auf der Erde versteckt halten, aufzuspüren und zu eliminieren, ist weiterhin die sogenannte Blade Runner-Einheit des LAPD im Einsatz, der auch K (Ryan Gosling) angehört. Eines Tages erhält Letzterer den Auftrag, den Nexus-8-Replikanten Sapper Morton (Dave Bautista) aus dem Verkehr zu ziehen - und stößt dabei auf ein gut gehütetes Geheimnis von enormer Sprengkraft, das die bestehende Gesellschaftsordnung ins Chaos stürzen könnte. Diese Entdeckung veranlasst K schließlich dazu, nach dem ehemaligen Blade Runner Rick Deckard (Harrison Ford) zu suchen, der seit 30 Jahren als verschollen gilt.

Je weniger man vorab über den Plot weiß, desto besser

Die erste gute Nachricht: Es ist nicht zwingend nötig, Ridley Scotts Blade Runner gesehen zu haben, um die Vorgänge im späten Sequel zu verstehen. Blade Runner 2049 funktioniert als eigenständiges Werk, ist zugleich aber eindeutig als Blade Runner-Fortsetzung identifizierbar. Und nun das Wichtigste: Regisseur Denis Villeneuve vollbringt das Kunststück und schafft einen Nachfolger, der dem Vorgänger qualitativ nicht bloß das Wasser reichen kann, sondern diesen in vielerlei Hinsicht sogar übertrifft. Der sich klug entfaltende Plot, die visuelle Brillanz - im 14. Anlauf sollte Kameramann Roger Deakins (Skyfall) der Oscar nicht mehr zu nehmen sein -, das wummernde Sounddesign sowie die schiere Ambition des Films auf eine mögliche Zukunft sind schlicht überwältigend.

Tatsache ist: Je weniger man vorab über den Plot weiß, desto besser. Wie durch ein Wunder ist es den Machern gelungen, den Inhalt weitgehend geheim zu halten. Aus gutem Grund. Der Plot schlägt nämlich ständig Haken und ist mit falschen Fährten und großen Enthüllungen gespickt. Das pochende Herz des Films sind aber die Stars - allen voran Ryan Gosling (La La Land) und Harrison Ford, der hier eine seiner emotionalsten Schauspielleistungen liefert. Fazit: Blade Runner 2049 erweist sich als wunderbar düsterer, vielschichtiger und präzise erzählter Sci-Fi-Detektivthriller, der wie auch das Original philosophisch gewichtige Fragen um Isolation, Identität und das Menschsein wälzt. Einer der besten Filme des Jahres!

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