Blackhat

Action/Krimi, USA 2015
Hacker Nicholas muss selbst einen Hacker jagen

Hacker Nicholas muss selbst einen Hacker jagen

Die moderne Welt ist vernetzt wie nie zuvor. Vor allem über das Internet sind die Menschen eng miteinander verbunden. Doch genau das ist auch ihre Schwachstelle: In dem Thriller "Blackhat" erschüttert ein enormer Hackerangriff die Länder. Da soll der Internet-Experte Nicholas Hathaway (Chris Hemsworth) helfen, der selbst wegen krimineller Hacker-Machenschaften im Gefängnis saß.

Würmer und Viren prägen die Kriegsführung des 21. Jahrhunderts. Die imposante Eröffnungsszene von "Blackhat" folgt einem Computerwurm (ähnlich dem, der 2010 zu Störungen im iranischen Atomprogramm führte und Mann zu seinem Film inspirierte), der eine Explosion in einem chinesischen Atomkraftwerk auslöst. Derselbe Hacker manipuliert gleichzeitig die US-Börse - und weil dies lediglich das Vorspiel zu einer größeren Katastrophe ist, schließen sich FBI-Agentin Carol Barrett (Viola Davis) und der chinesische Geheimdienst zu einer Task-Force zusammen. Agent Chen Dawai (Leehom Wang) kann die Amerikaner davon überzeugen seinen alten Freund Nick Hathaway (Chris Hemsworth) aus dem Gefängnis zu beurlauben, wo der eine 15-jährige Haftstrafe absitzt. Er sei der Einzige, der imstande ist, den "Blackhat" aufzuspüren, denn der Hacker hat einen von ihm kreierten Code umgeschrieben.

Ab hier führt das Katz-und-Maus-Spiel von Chicago, Los Angeles, Hongkong, Jakarta nach Perak und letztlich in eine Welt gleich einer Matrix mit brütenden Neonlichtern, blaustichigen Nächten und elegant inszenierten Schießereien. Unterdessen verliebt sich Hathaway in die Schwester (Tang Wei) seines Freundes, denn es wäre kein Mann-Film ohne die obligatorische Liebelei.

Wer Manns Werke wie "Collateral" liebt, der akzeptiert seine affektive Filmsprache. "Blackhat" atmet eine innere Spannung zwischen obsessiver dokumentarischer Wirklichkeitsnähe und dramatisch stilisiertem Hyperrealismus. Wer sich dem unterordnet, der wird trotz überladenem Drehbuch (von Mann und Morgan Davis Foehl) und unfreiwillig komischen Dialogfetzen auf seine Kosten kommen.

Christopher McKinlay, Hacker und technischer Berater von "Blackhat", gesteht, dass die Handlung abenteuerlich sei: "Ist es unmöglich? Nein, aber sehr unwahrscheinlich." Selbst wenn man gewillt ist, die Absurditäten als Bond-Variation zu genießen, dann sind da immer noch die Affekte der Figuren, die nichts von den existenziellen Dimensionen Manns früherer Filme besitzen. Zugegeben, nicht alle Programmierer sehen vielleicht wie Mark Zuckerberg oder Julian Assange aus und Typecasting kann fantasielos sein, aber Hemsworth ist mit Abstand der attraktivste, sportlichste und unwahrscheinlichste Hacker. Er kann nicht nur die NSA infiltrieren, sondern auch vier Männer im Alleingang verprügeln.

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