Big Eyes

Drama, USA/CDN 2014
Margaret malt, ihr Mann Walter erntet den Ruhm

Margaret malt, ihr Mann Walter erntet den Ruhm

Der Name Keane steht für eine der bizarrsten Episoden der Kunstgeschichte: Schräger als die Porträts großäugiger Kinder, mit denen das Künstlerehepaar Margaret und Walter Keane in den 60er-Jahren berühmt wurde, ist nur der Betrug, der dahinter steckte. Mit "Big Eyes" inszenierte Regisseur Tim Burton den filmreifen Stoff mit Amy Adams und Christoph Waltz.

Als Margaret Ulbrich (Adams) Walter Keane (Waltz) Ende der 50er-Jahre in San Francisco kennenlernt, ist sie gerade frisch geschieden. Mit Müh und Not bringt die Hobbymalerin sich und ihre Tochter durch, weiß bei einer Outdoor-Kunstmesse aber niemanden von ihrer Porträtmalerei zu begeistern. Walter, der seine 08/15-Paris-Szenerien nebenan allein durch Charme zu verhökern weiß, spricht der jungen Frau Mut zu - und weiß sie als seine künftige Ehefrau ebenso gut um den Finger zu wickeln wie seine Käufer.

Dank Walters Selbstvermarktungstalents erregen Margarets Porträts trauriger Kinder und Frauen mit überdimensionierten Kulleraugen, die sie "Fenster zur Seele" nennt, bald Aufmerksamkeit - und Walter zögert nicht lange, sich selbst als Schöpfer der Bilder auszugeben. Notgedrungen steigt Margaret auf die Lüge ein, redet ihr Walter doch ein, Leute würden keine "Frauenkunst" kaufen. Fortan lässt sich Walter als Pop-Art-Star feiern und verscherbelt gewinnbringend Postkarten und Poster "seiner" Bilder, während Margaret still und heimlich zuhause malt. Erst die Scheidung gibt Margaret das Selbstbewusstsein, sich die Rechte an ihren Werken vor Gericht zu erkämpfen.

"Die 50er waren eine großartige Zeit, wenn man ein Mann war", setzt Tim Burton seinem Film voran. Das Drehbuch von Scott Alexander und Larry Karaszewski, die auch schon hinter Burtons Fantasy-Tragikomödie "Edward mit den Scherenhänden" standen, fokussiert sich dann auch auf die langsame Emanzipation Margarets von ihrem Mann und ihr Erwachen als eigenständige Künstlerin. Die 50er- und 60er-Jahre leben auf der Leinwand als farbenfrohe, jedoch von repressiven Männern dominierte Zeit auf.

Für Adams' Darstellung gab es Anfang des Jahres einen Golden Globe, während ihr ebenfalls nominierter Co-Star Christoph Waltz gegenüber Michael Keaton ("Birdman") das Nachsehen hatte.

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