Before Midnight

Drama, USA 2013
Das große Finale

Das große Finale

Mit ihrer hinreißenden Liebesgeschichte "Before Sunrise" haben Ethan Hawke und Julie Delpy einst das Lebensgefühl einer ganzen Generation eingefangen. Auch die oscarnominierte Fortsetzung "Before Sunset" neun Jahre danach wurde Kult. Der Fortsetzungsfilm "Before Midnight" von Richard Linklater erzählt nun, was aus dem Traumpaar Jesse und Celine geworden ist.

Was ist nur aus diesem wunderbaren Liebespaar geworden, das im ersten Film nichts anderes zu tun hatte, als eine ganze Nacht durch Wien zu wandern? Jesse und Celine sind inzwischen liiert, haben Kinder - und einen ganzen Haufen Beziehungsprobleme.

Am Ende eines Urlaubs in Griechenland kommt es zum Showdown: Jesse will wegen seines Sohnes aus erster Ehe in die USA zurückkehren, Celine hat nach der Familienphase endlich einen tollen Job in Aussicht und möchte deshalb mit den Zwillingen in Paris bleiben. "Das ist der Anfang vom Ende", sagt sie in düsterer Vorahnung.

Die Freunde haben Jesse und Celine zum Abschied vom Urlaub eine Liebesnacht im Hotel geschenkt, sie passen inzwischen auf die Kinder auf. Doch die ungewohnte Zweisamkeit geht in jeder Beziehung so gründlich schief, dass man sich als Zuschauer vor Entsetzen am liebsten die Decke über den Kopf ziehen möchte. Wie können sich zwei, die sich einmal so mochten, derart gnadenlos beharken?

"Der dritte Teil war mit Abstand der schwierigste", gestand Regisseur Linklater, als er den Film im Februar bei der Berlinale vorstellte. "Beim zweiten wusste niemand, dass er kommt, das war eine Überraschung. Jetzt beim dritten gibt es so viele Erwartungen."

Wie schon bei der vorigen Ausgabe hat der Filmemacher ("The School of Rock", "Bernie") auch diesmal das Drehbuch wieder gemeinsam mit seinen Hauptdarstellern geschrieben. Sie sind praktisch mit ihren Figuren gealtert und konnten viel eigenes Erleben einbringen - vom geliebten Familienkätzchen, das der Vater einst umbrachte, bis zu der Erfahrung, selbst Eltern zu werden.

Im Film darf dann natürlich eine Neuauflage des legendären Spaziergangs nicht fehlen, in dem wunderbar komisch über Gott und die Welt, Liebe und Sex, Mann und Frau gesprochen wird. Es gibt eine 14 Minuten lange skurrile Szene im Auto und ein wortefunkelndes Tischgespräch mit griechischen Freunden - immer klingen schon die Dissonanzen an, die sich am Schluss in einem halbstündigen verbalen Inferno entladen.

Vielleicht funktioniert der Film auch gerade deshalb, weil die Generation X, die vor 20 Jahren mit den beiden von der bedingungslosen Liebe träumte, nun selbst im wahren Leben angekommen ist. "Die Traummaschine Hollywood setzt ja eher auf romantische Komödien", sagt die aus Paris stammende Delpy. "Wir haben versucht, ein bisschen ehrlich zu sein."

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