Barry Seal - Only in America

Action/Komödie, USA 2017

Cruise stellt den Drogenschmuggler als sympathischen Abenteurer dar

In Doug Limans True Story mutiert Tom Cruise vom einfachen Piloten zum Drogenschmuggler im Dienst der CIA und des Medellín-Kartells

Es gibt Geschichten, die so unglaublich klingen, dass sie einfach wahr sein müssen, weil es schier unmöglich erscheint, dass sie erfunden sein könnten. Jene des titelspendenden Helden in der Tragikomödie ‚Barry Seal – Only in America‘, die ab Donnerstag in den Kinos startet, fällt eindeutig in diese Kategorie. Als es darum ging, die irrwitzige Geschichte des US-Glücksritters aus den 80ern auf die große Leinwand zu bringen, ließ sich Regisseur Doug Liman (‚Die Bourne Identität‘, ‚Mr. & Mrs. Smith‘), der mit seinem Star Tom Cruise vor einigen Jahren bereits den Sci-Fi-Actionhit ‚Edge of Tomorrow‘ realisierte, nicht zweimal bitten. Doch zunächst zum Plot:

Als Barry Seal (Tom Cruise) zum jüngsten Piloten in der Geschichte der US-Fluggesellschaft TWA avanciert, ist er mit der bezaubernden Lucy (Sarah Wright Olsen) verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Doch das Leben als einfacher Linienpilot ist ihm bald zu wenig. Barry sehnt sich nach Abenteuer. Um sich etwas dazuzuverdienen, schmuggelt er kubanische Zigarren nach Kanada. Eben dort wird er eines Tages im Jahre 1978 von einem CIA-Agenten angesprochen: Monty Schafer (Domhnall Gleeson) weiß über Barrys illegalen Zusatzverdienst Bescheid, scheint aber kein Interesse daran zu haben, ihn auffliegen zu lassen. Stattdessen rekrutiert er ihn für einen Undercover-Job: Mit einem kleinen Propellerflugzeug soll er in Lateinamerika Fotos von kommunistischen Kampfgruppen machen. Barry zögert, aber die Langeweile treibt ihn schließlich dazu, das Angebot zu akzeptieren. Also kehrt Barry der TWA den Rücken – und macht fortan im Tiefflug und unter MG-Feuerbeschuss gestochen scharfe Luftaufnahmen von kommunistischen Lagern, die nicht nur Montys Vorgesetzten in Begeisterung versetzen. Barrys Flugkünste sprechen sich rasch bis zum Drogenkartell in Kolumbien herum – und schon bald schließt er geschäftliche Verbindungen mit Drogenbaron Pablo Escobar samt dessen Partnern und schafft deren Kokain in die USA. Als er erstmals gefasst wird, entgeht er einer Gefängnisstrafe in Kolumbien, weil die CIA ihn für ihren nächsten Auftrag braucht. Von seiner neuen Heimat Mena im Bundesstaat Arkansas, wo Seal ein großes Grundstück mit Privatflugplatz und Wohnhaus erhält, schmuggelt er fortan Waffen nach Nicaragua, um die Contra-Rebellen zu unterstützen. Den Drogenschmuggel für das Kartell setzt er ganz nebenbei fort. Und verdient damit in den folgenden Jahren so viel Geld, dass er schon bald nicht mehr weiß, wo er es auf seinem Grundstück überhaupt noch verstecken soll. Aber Politik und Unterwelt bilden eine ebenso unstete wie gefährliche Mischung. Und es kommt der Tag, an dem Barry zwischen allen Fronten steht …

Hoch unterhaltsame Thrillersatire

Wie der Originaltitel des Films – ‚American Made‘ – bereits suggeriert: Die hier erzählte Geschichte konnte sich so wohl nur in den USA ereignen. Produzent und Drehbuchautor Gary Spinelli hat sich für ‚Barry Seal - Only in America‘ von einer Randfigur der berühmt-berüchtigten Iran-Contra-Affäre inspirieren lassen. Tom Cruise stellt den Piloten und wohl größten Drogenschmuggler aller Zeiten Barry Seal als getriebenen Draufgänger, braven Familienvater und abgebrühten Gauner dar, der sein Glück ob seiner illegalen Aktivitäten oft selbst kaum fassen kann. Dabei verkörpert der 55-Jährige die moralisch fragwürdige Figur mit gewinnender Leichtigkeit und macht gute Figur in dieser ihm perfekt auf den Leib geschneiderten Rolle. Außerdem tut es gut, Cruise in seiner ersten Charakterrolle seit ‚Magnolia‘ (’99) zu sehen. Stilistisch erinnert ‚Barry Seal – Only in America‘ oft an Martin Scorseses Mafiaepos ‚Goodfellas‘ (1990). Doch während sich Letzteres als ernsthaftes Drama entpuppt, schlägt Doug Limans Film einen leichteren Ton an und lockert die irrwitzigen Ereignisse mit Barrys sarkastischzynischen Kommentaren auf. Fazit: Eine kurzweilige, hoch unterhaltsame Thrillersatire.

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