Bad Neighbors 2

Komödie, USA 2016

Mac und Kelly können mit den neuen Nachbarn nichts anfangen

Früher holte man sich beim Nachbarn ein Ei und sagte höflich Danke, heute bewirft man dessen Fenster mit benutzten Tampons - naja, zumindest in überdrehten US-Komödien. "Bad Neighbors 2" treibt das Thema Nachbarschaftsstreit nun endgültig auf die Spitze und lässt erneut ein junges Elternpaar an feierwütigen Studenten verzweifeln.

Anders als im Vorgängerfilm ist es diesmal aber keine männliche Studentenverbindung, sondern eine weibliche. Trotzdem wieder dabei: Zac Efron mit antrainiertem Sixpack ("High School Musical") und das kanadische Komödientalent Seth Rogen ("The Interview", "Das ist das Ende").

Das Leben als amerikanische Studentin scheint hart zu sein: Immer muss man gut aussehen, niemals darf man Partys schmeißen - nur zu denen der sexistischen männlichen Kommilitonen gehen. Partymotto: irgendwas mit Penis. Shelby (Chloë Grace Moretz) und ihre Freundinnen haben darauf keine Lust mehr und rufen ihre eigene Studentenverbindung Kappa Nu aus. Hier tragen sie Hoodies statt Hotpants, haben Chipskrümel im Haar und verkleiden sich als Minions. Wer nicht für den Feminismus ist, darf gar nicht erst mitfeiern.

Feiern ist das Stichwort: Was für die Studentinnen Kampf gegen Sexismus bedeutet, heißt für Mac (Seth Rogen) und Kelly Radner (Rose Byrne) schlaflose Nächte. Das Ehepaar samt zweijähriger Tochter Stella wohnt nebenan - und hat eigentlich vor, sein Haus zu verkaufen. Doch wie sollen sie bei den Nachbarn einen Käufer finden?

Wie schon im ersten Teil entspinnt sich nun ein Nachbarschaftskrieg der extremen Sorte - irgendwann fliegen blutige Tampons gegen Fenster. Teddy (Zac Efron), im Vorgängerfilm noch gegen das Ehepaar kämpfend, hilft den beiden nun, die aufgedrehten Nachbarinnen fertig zu machen.

Regisseur Nicholas Stoller, der mit "Nie wieder Sex mit der Ex", "Fast Verheiratet" oder "Männertrip" schon ähnlich brachiale Komödien verantwortete, zieht auch hier alle Register. Der Humor ist derb, der Schnitt vom Tempo eines Videoclips, der Plot erwartbar. Schlecht ist die Fortsetzung deswegen nicht - eher konsequent und selbstironisch.

Zac Efron, Teenieschwarm von Jungs und Mädchen gleichermaßen, spielt schön mit dem Image des Hot Guys und schreckt nicht davor zurück, seinen für den "Baywatch"-Film gestählten Astralkörper mit Hühnerfett einzureiben. Großartig: Seth Rogen, der mit Bierbauch danebensteht und sich den Sixpack nur mit Filzstift aufmalen kann. In Nebenrollen außerdem: Selena Gomez, "Friends"-Star Lisa Kudrow und Dave Franco.

Die Dialoge sind manchmal tatsächlich komisch, der Zeitgeist rund um Smartphones, soziale Netzwerke und Dauergechatte gut eingefangen. Die Klischees rund um feiernde junge Amerikaner werden komplett durchpersifliert, das ewige Thema Political Correctness ad absurdum geführt.

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