Bad Fucking

Komödie, A 2013
Vroni (Neuhauser) steht im Mittelpunkt

Vroni (Neuhauser) steht im Mittelpunkt

Mit "Muttertag" oder "Hinterholz 8" hat Harald Sicheritz Komödien geschaffen, die tief im kollektiven Gedächtnis der Österreicher verankert sind. Nun wagte sich der Regisseur mit "Bad Fucking" an den grotesken Bestseller von Kurt Palm, der 2010 ein typisches Sittenbild zwischen Korruption, Spekulation und Mord zeichnete. Das Lachen bleibt einem dabei meistens im Halse stecken.

Schon zu Beginn kommt einem das gesamte Spektrum viel zu realistisch vor: Ein Bürgermeister, der die Ersparnisse seiner Gemeinde verspekuliert; eine Innenministerin, die der Baufirma ihres Mannes Aufträge zuschanzt und sich selbst als Hardlinerin profilieren will; ein gieriger Gemeinderat, der sich die entgangenen Tourismuseinnahmen über den Bau eines Asylantenheims direkt am Ufer des idyllischen Waldsees zurückholen will. Palm hat bei seinen Landsleuten genau hingesehen.

Der Regisseur hat sich an jenem Figurenarsenal orientiert, auf das Palm seine unzähligen Romancharaktere schon für das gleichnamige Theaterstück reduziert hatte. Statt eines auktorialen Erzählers setzt er die junge Vroni (Martina Ebm) in den Mittelpunkt, aus deren Sicht die Ereignisse im windigen Kurort mit dem schlüpfrigen Namen ungläubig geschildert werden: "Es gibt viel mehr verzweifelte Leute, als man glauben möchte", seufzt sie schon zu Beginn.

Sie versucht sich ihre Flucht zu erpressen, während alle anderen - vom Bürgermeister bis zum Zahnarzt - entweder ihre Haut retten oder sich auch ihren persönlichen Vorteil verschaffen wollen. Ebm gibt die Protagonistin als unabhängige und schlagfertige junge Frau unter Zugzwang, das restliche Ensemble - Wolfgang Böck, Adele Neuhauser, Michael Ostrowski, Thomas Mraz, Thomas Stipsits und Johannes Silberschneider - ist von derb bis überhöht typensicher besetzt.

Ursprünglich war der Stoff über den unglückseligen Luftkurort in den späten 1990er Jahren für eine Serie geplant gewesen, erzählte Palm kürzlich im Gespräch mit der APA. Für Sicheritz' Adaption hat er nun viel Lob übrig, da diese "nichts Anbiederndes, nichts Kompromisslerisches" habe. "Ich bin nicht verwöhnt worden mit guten Kritiken", gab der Komödienspezialist anlässlich seines zehnten Kinofilms im 20. Berufsjahr zurück. Daher freue er sich über jedes "einigermaßen wohlwollende" Feedback.

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