Bad Boys For Life

Actionkomödie, USA 2020

Bad Boys For Life

Die Bad Boys Mike Lowrey und Marcus Burnett sind gemeinsam zurück für einen letzten großen Ritt in der mit Spannung erwarteten Actionkomödie.

Seit mehr als 25 Jahren sind Marcus Burnett (Martin Lawrence) und Michael Lowrey (Will Smith) in Miami damit beschäftigt, die Straßen der Glitzermetropole – vorzugsweise im Porsche des wohlhabenden Michael – unter Hinterlassung wüster Kollateralschäden sauber zu halten. Aber langsam schlägt das Alter zu. Marcus ist gerade Opa geworden, und wirklich erinnert seine Figur mittlerweile mehr an Großvater Petz als an den drahtigen Terrier von einst, der sich und seinem Partner den Weg zuverlässig aus jeder Sitution freiballerte – nach ihrem gemeinsamen Motto: „We ride together. We die together. Bad Boys for life!“ Auch die Polizei hat sich geändert. Eine Spezialeinheit mit dem vielsagenden Abkürzungsnamen AMMO vereint jetzt Hightech- und Drecksarbeit; die Jungs und Mädchen dort lachen heimlich über Cop-Saurier wie Lowrey und Burnett. Die wieder betrachten diesen Verein abschätzig als „Highschool-Musical mit Kanonen“. Kein Wunder, dass sich Marcus gegen den Willen seines Kumpels in die Pension verabschiedet. Doch als ein geheimnisvoller neuer Schurke in der Stadt auftaucht, der Mike bei einem Attentat fast ins Jenseits schickt, vereinen sich die angeschlagenen „Bad Boys“ noch einmal. Denn hinter dem jungen Killer und seiner Mutter, einer gnadenlosen mexikanischen Kartellwitwe, scheint ein dunkles Kapitel aus Mikes eigener Vergangenheit zu stecken …

Newcomer am Regiestuhl

Bad Boys aus dem Jahr 1995 war die Initialzündung für die Action-Karriere im Kino des bisherigen TV-Stars Will Smith aka Der Prinz von Bel Air, und auch Martin Lawrence hob damals groß ab. Während Smith bis heute ein Superstar ist, sackte die Laufbahn von Lawrence nach ein paar unerträglichen Big-Mamas-Haus-Klamaukfilmen und einigen Mittelgewichtskomödien Richtung Bedeutungslosigkeit; sein letzter wirklich erfolgreicher Film war die Komödie Born to Be Wild vor 13 Jahren. Darum sehnte sich keiner mehr nach einem dritten Bad-Boys-Teil (2003 gab’s eine völlig überdrehte Fortsetzung, auch von Michael Bay am Regiestuhl) als der Mittfünfziger. Jahrelang ging das Projekt von Hand zu Hand, niemand glaubte tatsächlich an ein Comeback der Miami-Cops. Bis Columbia Pictures und Michael Bay Teil 3 in die Hände der belgischen Regisseure Adil El Arbi und Bilall Fallah legten.

Und was soll man sagen: Die Newcomer holten aus den beiden älteren Herren mehr raus, als ihnen irgendjemand zugetraut hätte. Abgesehen von einigen visuellen Referenzen an die ersten beiden Filme schonen die Macher weder Darsteller noch Publikum, auch beliebte Figuren müssen sterben. Klar packen sie ein bisschen viel in die Story rein, und natürlich sind Stunts, Verfolgungsjagden und Ballereien weit jenseits aller Realität und Physik. Aber genau in diesem Überfluss gefällt der Umstand, dass etwa der in allen Ehren dick gewordene Martin Lawrence bei vielen Actionszenen nicht mehr tun kann als dauernd „Oh Shit!“ zu brüllen. Er kriegt massenhaft Gelegenheit dazu! Natürlich kommen auch coole Sprüche und das ewige Gestreite um den titelgebenden Song („Bad Boys, Bad Boys – what you’re gonna do“), eine Tradition seit dem ersten Film, nicht zu kurz. Und Will Smith, der sich ja mit Tom Cruise ein hartes Match in Hollywood liefert, wer bei besserem Aussehen weniger altert, macht hier wieder ein paar Punkte gut. Trotz 51 Lebensjahren kann man ihn immer noch endlos im lässig offenen Hemd durch die Straßen von Miami hetzen lassen, ohne dass das Publikum nervös beginnt, nach einem nahen Defibrillator zu suchen.

Was nicht auf den ersten Blick auffällt: Bad Boys for Life ist der erste Film von Sony Pictures, der mit einer Sony CineAlta VENICE Digitalkamera gedreht wurde. Das bedeutet eine Auflösung von 6K und superbreites Bild. In diesem Fall stört die supergenaue Auflösung nicht, scheint also zukunftsträchtig zu sein. Apropos Zukunft: Michael Bay hat Teil 3 nicht mitproduziert, beim Anblick des Rohschnitts allerdings wieder Appetit bekommen. Und alle Beteiligten waren so vom Erfolg von Teil 3 überzeugt, dass bereits an Abenteuer Nummer 4 gearbeitet wird, da ist Krawallmeister Bay wieder persönlich dabei. Fazit: Eine filmische Achterbahnfahrt, die gute Laune macht.

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