Baaria

Komödie/Drama, I/F 2009
Tornatores autobiografischer Film

Tornatores autobiografischer Film

"Und deswegen denk immer drüber nach, bevor du sagst, dass jemand gut oder schlecht ist...", sagt der Sizilianer Peppino zu seinem kleinen Sohn im Film "Baarìa". Wieder geht es dem Oscarpreisträger Giuseppe Tornatore ("Cinema Paradiso") um die ganz großen und vorwiegend familiären Werte. Erzählt wird eine sizilianische Familiengeschichte von 1930 bis 1980 anhand dreier Generationen.

"Baarìa" ist der sizilianische Ausdruck für "Bagherìa", der Heimatstadt des sizilianischen Regisseurs, der er nun eine Hommage gewidmet hat. Das große Epos des Regie-Altmeisters erstreckt sich über ein Halbes Jahrhundert wildbewegter sizilianischer Geschichte. Die Hauptfigur Peppino, Sohn eines Schafhirten und ein stolzer Sizilianer, kämpft trotz aller Wirren und Umstände immer für Werte, Aufrichtigkeit und die wahre Liebe. Tornatore, der selbst aus Bagherìa stammt, bezeichnet seinen jüngsten Film als seinen "persönlichsten".

"Ich lernte in meiner Heimat, wie ich in der Welt zu Recht komme, wie man die anderen, unsere Träume respektiert. Wir haben schnell verstanden, dass die zivile Leidenschaft am wichtigsten ist. Das ist etwas, das heutzutage verloren gegangen ist", ist der italienische Regisseur im Interview mit der APA Feuer und Flamme. Ein Eifer, der in den wunderschönen Aufnahmen zu sehen ist und der vielleicht auch zur inhaltlichen Überladung zugleich beigetragen hat.

Man hat den Eindruck, als wolle "Baarìa" einfach zu viel erzählen: vom Faschismus und dem Krieg, vom kargen, handwerklich-bäuerlichen Leben, von Hunger und sozialer Ungerechtigkeit, vom Kommunismus, Familienbeziehungen, der Liebe, den Träumen und Enttäuschungen, von Sizilien, seiner Mentalität und seinen Mythen, schließlich auch noch vom Kino selbst. "Baarìa" reißt, indem er das Leben von Vater, Sohn und Enkel einer Schäferfamilie von den 1930er-Jahren bis in die 1980er-Jahre Revue passieren lässt, all diese Themen an, bleibt aber überall nur an der Oberfläche und lässt zu viele Fäden der Erzählung lose enden. Darüber liegt die melodramatische Musik von Oscarpreisträger Ennio Morricone. Doch auch das lässt den Zuseher nicht vollends in die Geschichte eintauchen.

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