Auf dem Weg zur Schule

Dokumentation, F/RC/ZA/BR/CO 2013
Kinder müssen kilometerweite Strecken zurücklegen

Kinder müssen kilometerweite Strecken zurücklegen

Bildung ist nicht überall leicht erreichbar: Vier Kinder aus Indien, Argentinien, Marokko und Kenia nehmen weite Wege und einige Gefahren auf sich, um zur Schule zu kommen. Die faszinierende Dokumentation "Auf dem Weg zur Schule" von Pascal Plisson kommt fast ohne Worte aus, zeigt beeindruckende Landschaftsaufnahmen und bleibt doch ganz nah bei den elf- bis 13-jährigen Kindern, die sie begleitet.

Der Dokumentarfilm zeigt vor allem zwei Dinge: Der Zugang zu Bildung ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Und: Kinder gehen diesen Weg trotzdem - und zwar so selbstständig, freudig und mutig. Der Blick weitet sich auf umwerfende Landschaften, die nicht nur schön, sondern auch eine echte Herausforderung und Gefahr sind. Da ist Jackson, der jeden Morgen mit seiner jüngeren Schwester von der einsamen Familienhütte in der kenianischen Savanne aus aufbricht. Zwei Stunden lang laufen die beiden, Wasserkanister und Brennholz in der Hand, 15 Kilometer weit zur Schule.

Für Zahira (12) und ihre beiden Freundinnen führt der Schulweg ähnlich weit über das hohe Atlas-Gebirge. Steil und unwegsam ist der Pfad - eine Zwangspause muss eingelegt werden, bis Zahira schließlich selbstbewusst eine Mitfahrgelegenheit per Auto für das letzte, befahrbare Wegstück zur Schule ausfindig macht.

Carlito (11) legt den 18 Kilometer langen, einsamen Schulweg zusammen mit seiner kleinen Schwester Micaela auf dem Rücken eines Pferdes zurück. Anderthalb Stunden reiten sie durch das steingraue Hochland Patagoniens, nach einem besonders gefährlichen Teilstück halten sie jeden Tag an einem kleinen Altar - Zeit für ein Dankgebet muss sein.

Samuel (13) schließlich ist für den Schulweg im Golf von Bengalen auf die Hilfe seiner zwei kleinen Brüder angewiesen: Samuel sitzt nach einer Kinderlähmung im Rollstuhl, und die beiden Kleineren schieben und ziehen ihn in dem selbstgebastelten Rostgefährt mit einem Plastikstuhl als Sitzfläche täglich vier Kilometer weit zur Schule.

Auch den Zuschauer hinterlässt dieser wortlose Film sprachlos im besten Sinne: Die Schulen, zu denen diese Kinder gehen, sind zumeist Dorfschulen einfachster Art. Doch die Wertschätzung von Bildung ist hoch, wortwörtlich kein Weg zu ihr zu weit. So viel Begeisterung und auch Anstrengungsbereitschaft für etwas, das in reichen Ländern viele selbstverständlich nehmen.

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