Atomic Blonde

Action/Thriller, USA 2017

Charlize Theron als eiskalte MI6-Agentin

Spätestens seit ‚Mad Max: Fury Road‘ ist klar, dass Charlize Theron auch das Actionfach beherrscht. In der Adaption der Graphic Novel ‚The Coldest City‘ brilliert sie nun als Top-Agentin in Berlin kurz vor dem Mauerfall 1989.

Das Agentenfilmgenre gilt seit jeher als Männerdomäne. James Bond 007, Jason Bourne und Ethan Hunt – drei Namen, die den meisten Filmfans bekannt sein dürften – prägten das Genre in den vergangenen Jahrzehnten nachhaltig. Frauen spielen in diesen Geschichten, die sich vor allem in Zeiten politischer Instabilität als Spiegel des Unbehagens vor undurchschaubaren Bedrohungen großer Beliebtheit erfreuen, indes nur eine untergeordnete Rolle, wirken oft nur wie ein hübscher Aufputz. Erst Renny Harlins ‚Tödliche Weihnachten‘ (1996) mit Geena Davis als braver Hausfrau und Mutter, die sich als einstige CIA-Agentin entpuppt, und ‚Alias – Die Agentin‘ (2001-2006), die von J. J. Abrams ersonnene Serie mit Jennifer Garner als tougher CIA-Doppelagentin, brechen mit diesem genretypischen Stereotyp. 2010 avancierte dann auch ‚Salt‘ mit Angelina Jolie als eine Art russisches 007-Pendant zum weltweiten Blockbuster. Dennoch blieben seither weitere Filme um weibliche Agentinnen Mangelware. Doch das ist jetzt im Begriff, sich zu ändern. Den Anfang macht ‚Atomic Blonde‘ von ‚John Wick‘-Macher David Leitch, in dem sich Charlize Theron als toughe MI6-Agentin für eine Mission impossible ins Berlin kurz vor dem Mauerfall einschleusen lässt.

Zur Handlung des Films

Berlin, 1989. Deutschland steht kurz vor der Wende. Doch noch sind für Ost und West die Fronten im Kalten Krieg klar verteilt. Die Geheimdienste KGB und CIA kämpfen dabei vor allem um eines: wichtige Informationen und die Geheimhaltung derselben vor dem jeweils anderen. Eines Tages wird der britische Agent Gascoine (Sam Hargrave) vom sowjetischen Spion Bakhtin (Jóhannes Jóhannesson) getötet. Da der Verstorbene im Besitz einer hochbrisanten Liste mit Informationen über so gut wie alle internationalen Feldagenten und ihre Identitäten war, schicken die MI6-Granden Gray (Toby Jones) und C (James Faulkner) ihre beste Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) in die noch geteilte deutsche Metropole. Die als Anwältin getarnte Agentin kennt beide Seiten und erhält den Auftrag, mithilfe eines bereits in Berlin stationierten Kollegen die Liste wiederaufzutreiben – und zugleich auch einen Doppelagenten zu entlarven. Doch gleich nach ihrer Ankunft gerät sie ausgerechnet in die Fänge des KGB, dem sie nur mit Mühe entkommt. Nach diversen Intrigen, in denen unter anderem die französische Jungspionin Delphine Lassalle (Sofia Boutella) sowie ein CIA-Mann (John Goodman) undurchsichtige Rollen spielen, sieht Lorraine nur noch eine Möglichkeit, die ebenso wertvollen wie gefährlichen Informationen an sich zu bringen: Sie muss den übergelaufenen Stasi-Offizier „Spyglass“ (Eddie Marsan), der die Daten auswendig gelernt hat, gesund von Ost-nach West-Berlin schaffen …

80er-Nostalgie

Eine weibliche Agentenfigur, die nach den gleichen Regeln spielt wie ein Mann – und das unter den gleichen Bedingungen. Das war es, wonach Charlize Theron gesucht und was sie vor rund fünf Jahren mit Antony Johnstons Graphic Novel ‚The Coldest City‘ auch gefunden hat. Die Geschichte dreht sich um eine heiße Blondine im Kalten Krieg, die sich vor dem Mauerfall in Berlin durch ein Getümmel aus Spionen kämpft – ein ebenso doppelbödiger wie knallharter Mix aus le Carré und Bond. Eine MI6-Agentin kurz vor dem Mauerfall in Berlin – die Stadt selbst spielt die zweite Hauptrolle. Das authentische Lokalkolorit passt. Ein weiteres Plus ist auch der Soundtrack, der unter anderem 80er-Perlen von Nena, Depeche Mode, Eurythmics, Peter Schilling, David Bowie und auch Falco bietet.

Wie es sich für einen guten Agententhriller gehört, zählen die hervorragend choreografierten Actionszenen mit zu den Höhepunkten des Films. In ‚Atomic Blonde‘ trifft dies vor allem auf eine schlicht sensationelle Plansequenz in einem Mietshaus zu, in der es Lorraine mit ihrem Informanten im Schlepptau gleich mit mehreren KGB-Kollegen aufnehmen muss. Dabei entfaltet sich ein einziger langer, gut zehnminütiger Kampf, bei dem neben Schussund Stichwaffen von der Kochplatte bis zum Korkenzieher alles zum Einsatz kommt, was gerade greifbar ist. Das hinterlässt auch bei der Protagonistin Spuren. Aber keine Sorge: Schürfwunden und blaue Flecken tun Charlize Therons Schönheit keinen Abbruch!

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