Anything Else

Komödie/Romanze, USA/F/NL/UK 2003
Woody Allen in Höchstform

Woody Allen in Höchstform

"Trau niemals einem nackten Busfahrer!" - für Sprüche wie diese lieben ihn seine Fans. Und in seinem neuen Film "Anything Else", der vergangenes Jahr die Filmfestspiele von Venedig eröffnet hat, bietet Woody Allen eine Menge davon. Schließlich wird wieder ohne Punkt und Komma geredet - vorzugsweise im Central Park.

Nach mehr als 35 Jahren im Filmgeschäft räumt Woody Allen nun mit all den Psychosen auf, mit denen sich sein Alter Ego in unzähligen Filmen herumgequält hat. New Yorker Neurotiker, Psychiater, nervtötende Frauen - die Zutaten sind bekannt, doch die Mischung beim jüngsten Woody-Allen- Film ist neu. Denn hier spielt der große, kleine Regisseur und Schauspieler ausnahmsweise nicht den Patienten, sondern den Katalysator, der seinem jungen, ebenfalls jüdischen Künstlerkollegen Jerry (Jason Biggs, "American Pie") hilft, dessen Leben grundlegend zu ändern.

Und das ist bitter nötig. Denn Jerry, der selbst sein Hauptproblem darin sieht, niemanden verlassen zu können, hängt an einem stummen Psychiater, einem inkompetenten Manager (dem brillanten Danny de Vito) und vor allem an einem wahren Luder von Freundin (umwerfend gespielt von Christina Ricci).

David Dobel (Woody Allen) hat gelernt, mit den Schattenseiten des Lebens zu leben: Kompromisslos, gewaltbereit (in jedem Zimmer eine geladene Waffe), mit Überlebenskit (wasserresistente Zündhölzer) ausgerüstet, und um die Erkenntnis reicher: Am Ende sind wir alle allein, und das ist auch gut so.

Das Leben ist ungerecht, böse, ein Mysterium. Diese Lektion muss auch Jerry lernen. Gebeutelt durch Sex-Entzug und vermuteten Betrug durch die verführerische Amanda kommt er irgendwann zu der Einsicht: "Selbstmord würde nur einen Teil meiner Probleme lösen."

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