Angry Birds - Der Film

Action/Komödie, FIN/USA 2016

Chuck, Red und Bomb werden zu "Angry Birds"

Red hat es nicht leicht: Schon als Küken wurde der Heißsporn aufgezogen, vorzugsweise aufgrund seiner riesigen Augenbrauen. Aber auch im späteren Leben des Vogels läuft bei weitem nicht alles rund. Dabei ist er nur einer von vielen "Angry Birds", wie sie im Buche stehen - oder besser gesagt: am Smartphone fliegen. Nun kommt das Spiel auch auf die Leinwand.

Fans der gleichnamigen App werden sich in der kunterbunten Welt der Vögel rasch zurechtfinden: Alle wesentliche Figuren sind vertreten, inklusive ihrer ganz speziellen Eigenschaften. Das finnische Computerspielunternehmen Rovio hat mit der 2009 veröffentlichten Anwendung für den raschen Spielespaß zwischendurch einen weltweiten Erfolg gelandet. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Hollywood aufmerksam wurde.

Mit der Grundgeschichte orientiert man sich - wie könnte es anders sein - einfach am Spiel: Die Vögel leben grundsätzlich zufrieden und in Eintracht auf einer Insel, mal abgesehen von dem ein oder anderen Wutausbruch. Als eines Tages quietschfidele grüne Schweine als Besucher auftauchen und Freundschaft vorgaukeln, ist einzig der mürrische Red - ohnehin schon ein Außenseiter - sofort misstrauisch. Gemeinsam mit seinen Leidensgenossen Chuck und Bomb, die wie er eine Verhaltenstherapie absolvieren müssen, durchstöbert er das Schiff der Schweine. Und tatsächlich: Die Besucher haben es auf die Eier der Vögel abgesehen.

Es kommt, wie es kommen muss: In einer halsbrecherischen Rettungsaktion heftet man sich an die Fersen der geliebten Ungeborenen, was nicht nur die ganze Sippe wieder zusammenschweißt, sondern auch eindrucksvoll die eigentlich nicht vorhandenen Flugfähigkeiten der "Birds" unterstreicht. Mittels einer überdimensionalen Steinschleuder (die ihnen ausgerechnet die Schweine überreicht haben) geht es also in den Kampf auf Piggy Island, wird nach Herzenslust explodiert, aufgeblasen und mit ordentlich Karacho durch die Wände gefahren.

Bis es soweit ist, heißt es aber: Zähne zusammenbeißen. Denn nicht nur sind einige geradezu schmerzhaft unkomische Partyexzesse durchzustehen - inklusive überbordendem Musikeinsatz von KRS-One bis Scorpions. Auch ein verschollen geglaubter Held wird ausgegraben und erweist sich als enttäuschende Fehlbesetzung in Sachen Rettung in letzter Sekunde. So bleibt es zunächst an Red und Co, das Ruder herumzureißen.

Aus handwerklicher Sicht kann man "Angry Birds - Der Film" zwar wenig vorwerfen, aber eine gute Optik alleine ist ja auch für Gamer letztlich keineswegs zufriedenstellend. Wie man Wut spielerisch, unterhaltsam, aber dennoch nachvollziehbar darstellt, hat man nicht zuletzt bei Pixars "Alles steht Kopf" um Längen besser gesehen.

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