American Sniper - Der Scharfschütze

Action/Drama, USA 2014
Bradley Cooper verkörpert den Scharfschützen Chris Kyle

Bradley Cooper verkörpert den Scharfschützen Chris Kyle

Glorreicher Held und Retter von Kameraden? Oder in den Rücken Wehrloser schießender Feigling? Seit Wochen entzweit Clint Eastwoods in den USA höchst erfolgreiche Hommage an den Scharfschützen Chris Kyle. Nun startet das verklärende Heldenepos "American Sniper" - mit einem Oscar gekrönt - in den Kinos.

Mit dem moralischen Zwiespalt startet "American Sniper": "It's your call, Chris" ("Es ist deine Entscheidung"), lautet die Aussage über Funk. Im Fadenkreuz des Navy-Seal-Elitesoldaten Chris Kyle (Bradley Cooper) ist ein kleiner Bub, der scheinbar mit einer Granate auf US-Soldaten zuläuft. Kyle zögert - aber nur kurz. Früh hat der Texaner gelernt, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. In "Wölfe, Schafe und Schäferhunde" teilt sein Vater die Menschen in einer Rückblende ein. Letztere seien "gesegnet mit Aggression und beschützen die Herde".

Rund 15 Jahre später ist Kyle ein Schäferhund par excellence: Ein hervorragend ausgebildeter, von Dächern aus die Bodentruppen des US-Militärs verteidigender Scharfschütze im Irakkrieg. Die Wut auf die, die sein Land angreifen, hatte den Rodeo-Cowboy zu den Navy Seals und seinen ersten von vier Irak-Einsätzen geführt. Inmitten von Schusswechseln erarbeitet sich Kyle bald einen ungewöhnlichen Ruf: Mit 160 bestätigten Tötungen geht er als tödlichster Scharfschütze in die US-Militärgeschichte ein.

Jahre später wird Kyle in seiner Autobiografie gar von mehr als 250 Tötungen sprechen. Er bereue lediglich, dass er nicht mehr Feinde töten und damit mehr Freunde retten konnte. Das Buch wurde 2012 zum Bestseller, Kyle zum landesweiten Kriegshelden. Ein Status, der durch seinen Tod durch den Schuss eines traumatisierten Veteranen 2013 besiegelt wurde - und nun durch die Verfilmung einzementiert wird. US-Schauspieler Cooper sicherte sich die Filmrechte, heuerte Eastwood als Regisseur an und schlüpft in "American Sniper" in die Hauptrolle. In den USA wurde der Film Anfang des Jahres zum Überraschungserfolg, stieg mit Einnahmen von bisher mehr als 307 Mio. Dollar zum erfolgreichsten Kriegsfilm aller Zeiten auf und wurde mit sechs Oscar-Nominierungen - darunter für den besten Film und besten Hauptdarsteller - bedacht. Letztlich hat es aber "nur" zur Auszeichnung für den "besten Tonschnitt" gereicht.

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