American Gangster

Krimi/Drama, USA 2007
Die Schlinge zieht sich enger

Die Schlinge zieht sich enger

Während des Vietnamkriegs ließ der Mafiaboss Frank Lucas Heroin aus Südostasien in den Särgen gefallener Soldaten in die USA schmuggeln. Der Stoff war billig und pur - und machte Lucas als ersten Afroamerikaner zum mächtigsten Mann in der zuvor italienisch geprägten New Yorker Mafia. In dem Drama "American Gangster" gibt Denzel Washington den Mafiaboss, seinen Widersacher verkörpert Russell Crowe.

Wie schon der Titel andeutet, ist "American Gangster" ein großspuriger Film. Es geht ums große Ganze, um Amerika, den Kapitalismus und um die Geschichte von dem Tellerwäscher und dem Millionär - nur, dass in dem Film der "amerikanische Traum" in einer Schattenwelt aus Mord und Korruption verwirklicht wird. Es gelingt Lucas, mit dem Verkauf von reinem Heroin eine Monopolstellung einzunehmen.

In dem 157 Minuten langen Film von Ridley Scott gibt es kaum Action, keinen Sex, und beide Protagonisten bieten keine Identifikationsmöglichkeit. Das ist ungewöhnlich für einen Blockbuster mit zwei Hollywood-Spitzenverdienern. Der Bann, in den der Zuschauer gezogen wird, ist den beiden Oscarpreisträgern (Crowe für "A Beautiful Mind", Washington für "Training Day") zu verdanken: Regie-Altmeister Ridley Scott ("Blade Runner") setzt deren schauspielerisches Können optimal in Szene.

Der Kriminelle Lucas wird als rührender Familienmensch gezeigt, der in der nächsten Szene eiskalt mordet. Crowe ist als Polizist mit dem Allerweltsnamen Richie Roberts unangenehm makellos. Als sein Partner einen Fehler macht, will er ihn den Vorschriften entsprechend melden - woraufhin der Partner Suizid begeht. Es ist unheimlich anzusehen, wie Roberts sich im Morast aus Korruption in Politik, Polizei und Armee eine blütenweiße Weste bewahrt, und wie der berufliche Ehrgeiz im Privatleben zu Streitlust mit seiner Frau wird.

Trotz der unkonventionellen Inszenierung geht bisher die Rechnung für die Filmemacher an der Kinokasse auf: Am Startwochenende spielte der Film in den USA 46,3 Millionen Dollar (32 Millionen Euro) ein und belegte Platz 1 der Kinocharts.

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