American Dreamz

Komödie/ , USA 2006
Dennis Quaid als Parodie auf US-Präsident Bush

Dennis Quaid als Parodie auf US-Präsident Bush

Alarm im Weißen Haus: Nicht etwa Terrorangriffe, Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen versetzen den Stab von US-Präsident Staton in der Satire "American Dreamz" in Aufregung. Nein, der Präsident selbst ist es. Regisseur Paul Weitz hat mit "American Dreamz" die bisher wohl mutigste Satire auf die Präsidentschaft von George W. Bush abgeliefert.

Nach seiner Wiederwahl beginnt Staton (Dennis Quaid) auf einmal, sich für die Welt außerhalb seines Schlafzimmers zu interessieren und Zeitung zu lesen. Die gewohnte Arbeitsteilung, nach der der Vizepräsident die eigentliche Regierungsarbeit macht und der Präsident lediglich Hände schüttelt und Babys küsst, droht zu zerbrechen.

Neben Bush nimmt Weitz noch ein weiteres Zeitphänomen in den USA und vielen anderen Ländern aufs Korn: die Talentshows nach dem Muster von "Starmania", die in den USA "American Idols" heißt und im Film "American Dreamz". Hugh Grant spielt Showmaster Martin Tweed, der auf der Jagd nach Quoten über Leichen geht.

Bei der Sichtung von Bewerbungsvideos fällt ihm die von Mandy Moore gespielte Sally auf, die offensichtlich bereit ist, für ihren Erfolg alles zu tun. Ein weiterer Favorit ist der Araber und Nachwuchsterrorist Omer (Sam Golzari). Er führt die beiden Handlungsstränge zusammen: Als seine Anführer erfahren, dass Präsident Staton als Gastjuror bei "American Dreamz" auftreten soll, wird Omer beauftragt, sich gemeinsam mit ihm in die Luft zu sprengen.

Die einzelnen Teile für sich hätten gut und gerne Stoff für zwei getrennte Filme abgegeben. Weitz macht sich über vieles lustig, was Kritiker dem Präsidenten aus Texas gerne vorwerfen: Seine angebliche Dummheit, seine starke Religiosität, seine Unkenntnis über das Geschehen außerhalb Amerikas und die Ansicht vieler, Bush sei nur eine Marionette von Vizepräsident Dick Cheney.

Der Blick hinter die Kulissen der Talentshows bringt bissige Seitenhiebe auf die Scheinheiligkeit solcher Sendungen und ihrer ach so sympathischen Möchtegern-Superstars. Sängerin Sally macht mit ihrem Freund William (Chris Klein) Schluss, weil sie denkt, er stehe ihrer Karriere im Weg. Als er daraufhin aus Verzweiflung als Freiwilliger in den Irak geht und dort gleich am ersten Tag eine verirrte Kugel abbekommt, nimmt sie ihn auf Anraten ihres Managers großherzig wieder auf. Mit einem Kriegshelden an der Seite steigen nun mal die Siegchancen.

Weitz beweist Mut, wenn er zwei Themen anpackt, die derzeit die US-Gesellschaft beschäftigen: Einen Präsidenten, dessen politische Sprachlosigkeit immer offener diskutiert wird, und eine Fernsehnation, die sich von einer verlogenen Mattscheiben-Version des amerikanischen Traums in den Bann ziehen lässt.

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