Am Ende eines viel zu kurzen Tages

Drama, D/IRL 2011
David ist 14 - und hat Krebs

David ist 14 - und hat Krebs

Todtraurig, voller makabrem Witz und mit genial integrierten Comic-Sequenzen erzählt "Am Ende eines viel zu kurzen Tages" von einem todkranken Jugendlichen auf der Suche nach der Liebe. Der irische Regisseur Ian FitzGibbon wird dabei der fulminanten Romanvorlage "Superhero" des Neuseeländers Anthony McCarten vollständig gerecht.

Das Ende ist gleich am Anfang klar: Don wird sterben. Er ist 14, und er hat Krebs. Wenn er sich nicht gerade im Krankenhaus Gift durch den Körper pumpen lassen und sich anschließend davon erholen muss, zeichnet er Comics - mal in sein Sketchbook, gerne auf Hausfassaden oder auf die Glasfront der Schulmensa. In seinen Comics hat er die Kontrolle über das Leben seines Alter Egos, den Superhero Miracleman, den grausamen Glove und dessen prallbusige, lüsterne Gehilfin Nursery Worsey. Doch seine Zeit ist knapp, Zeit, um erwachsen zu werden, Zeit, um die Liebe zu erfahren.

Thomas Brodie-Sangster, der 2003 an der Seite von Liam Neeson in "Tatsächlich...Liebe" den süßen Sohn gab, spielt diesen Jugendlichen mit unglaublicher körperlicher Präsenz. Abgemagert, meist mit einer Mütze über den haarlosen Kopf, fahl und ohne Augenbrauen kann man sich ihm, seiner Wut und seiner ausweglosen Rebellion nicht entziehen. Schonungslos ist er mit sich und seiner Umwelt.

Immer wieder klettert Don auf Brücken, fordert den Tod auf Bahnschienen heraus. Dass er danach regelmäßig von der Polizei zu seiner verzweifelten Mutter nach Hause gebracht wird, scheint ihm egal. Doch im Laufe des Films wird er weicher, versucht seiner Familie Hoffnung zu geben, sie zumindest zu trösten. Und ab und zu sieht man sogar ein Lächeln auf seinem fahlen Gesicht.

Diese Wandlung hat er vor allem seinen Psychologen Dr. Adrian King (Andy Serkis) zu verdanken, der ihm mit Respekt, aber ohne Mitleid begegnet. Stets in eine dicke Strickjacke gehüllt und mit großen Augen über den Rand seiner dunklen Brille blickend hört er Don zu, nimmt ihn ernst und scheint nach und nach, mehr als einen Patienten in Don zu sehen. Adrian öffnet sich selbst und wird zu Dons väterlichem Freund.

Und dann taucht plötzlich auch noch Shelly (Aisling Loftus) in Dons Leben auf, hübsch, rebellisch und irgendwie anders. Auch sie begegnet dem Todkranken mit entwaffnender Ehrlichkeit und Normalität. Don kann sein Glück gar nicht fassen, dass sie sich ausgerechnet für ihn interessiert. Doch wie funktioniert die Liebe, der Sex?

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