Am Ende des Tages

Drama, A 2011
Ein spannender Thriller mit Top-Schauspielern

Ein spannender Thriller mit Top-Schauspielern

Ein spannender Thriller und ein elegant gestricktes Psycho-Roadmovie, das sich von Wien bis in die Tiroler Berge entspinnt: Der österreichische Regisseur Peter Payer hat den aufstrebenden Jungpolitiker Robert und dessen schwangere Frau Katharina in "Am Ende des Tages" in den Mittelpunkt einer mysteriösen Autoverfolgung quer durch Österreich gestellt. Ab Freitag (26. August) im Kino.

Als Jäger gesellt sich ein Jugendfreund Roberts dazu, der ganz offensichtlich nicht gewillt ist aufzugeben, bevor nicht die Frage nach dem einstigen Verbleib einer gewissen Manuela geklärt ist. Am Ende des Tages werden alle mehr wissen. Robert wird von Simon Schwarz verkörpert, der dem slicken Politiker alle Facetten des manipulativen Machtmenschen abzuringen imstande ist. Dass Robert auch über Leichen gehen würde, traut ihm nicht einmal seine von Anna Unterberger gespielte Gattin zu, die aus gutem Hause stammt und als Restauratorin arbeitet. Dennoch wird das Vertrauen bald auf die Probe gestellt und erschüttert, je mehr es Wolfgang (Nicholas Ofczarek), dem Jugendfreund, gelingt, den romantischen Ausflug zu stören. Ofczarek wirkt in dem Film ein bisschen wie ein österreichischer Mickey Rourke, grobschlächtig, aber auch verletzlich.

Wolfgang hat sich unermüdlich und via technischer Hilfsmittel an das Auto vor ihm geheftet, von der Autobahnraststätte über Salzburg bis hin zu den Bergstraßen am Ende. Er konfrontiert Robert mit der Vergangenheit, erzählt von seinem eigenen sozialen Abstieg. Mit seinen geheimen Racheplänen erinnert er fast an "Kill Bill", nur nicht comichaft überhöht wie bei Tarantino, sondern in ein realistisches Setting zwischen Straße, Auto, Handy und Radio gezwängt. Aus letzterem ertönt der ehemalige NDW-Hit "Wunderwelt", bald kommen auch die ersten Erklärungen von Robert und Einblicke in sein früheres Leben.

Vor dem Dreh wurde wochenlang geprobt, was dem Film nur gut getan hat. Die schauspielerischen Leistungen des Ensembles sind zur Gänze hervorragend, während die immer pittoresker werdende Landschaft die Innenwelt der Darsteller konterkariert. "Am Ende des Tages" geht es bei Payer um die großen Themen, um Schuld und Sühne, um die Grenzen der Liebe, um Moral und Gerechtigkeit. Das stört den Thrilleransatz nicht im Geringsten, ist vielleicht aber ein Mitgrund dafür, dass das Ende vom Realistischen ein wenig ins Überzeichnete, Parabelhafte kippt. Nichtsdestotrotz ein sehenswerter Film.

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