Als der Wind den Sand berührte

Drama/ , B/F 2006
Die Wüste kommt immer näher

Die Wüste kommt immer näher

"Als der Wind den Sand berührte" ist ein Appell. Ein Appell, der aufmerksam macht auf Leid, das sich in einem Teil der Welt abspielt, aus dem man - wenn überhaupt - nur am Rande erfährt. Der belgischen Regisseurin Marion Hänsel (Koproduzentin von "No Man's Land") gelingt es, mit diesem Film den Schicksalen, die sich tagtäglich in der Sahararegion abspielen, ein Gesicht zu geben.

Die Probleme, die man fast schon instinktartig mit Afrika verbindet - Armut, Ausdehnung der Wüste, Krieg - werden in dem Film thematisiert, eingepackt in eine Familiengeschichte. "Als der Wind den Sand berührte" verzichtet auf konkrete geografische Angaben und gibt so den Einzelschicksalen einen universalen und beispielhaften Charakter. In den Hauptrollen überzeugen Issaka Sawadogo als Vater Rahne, Carole Karemera Umulinga als Mutter Mouna und Asma Nouman Aden als Tochter Shasha.

Die Brunnen des kleines Dorfes versiegen. Rahne macht sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern sowie mit einer kleinen Ziegenherde und dem Dromedar Chamelle auf den Weg. Er möchte im Osten die Seen erreichen, auch wenn Kriegsgebiet durchquert werden muss. Die kleine Karawane ist jedoch hilflos korrupten Soldaten, Rebellen und dem Durst ausgeliefert. Inmitten der zugleich lähmenden und zu Rastlosigkeit treibenden Hitze stellt die Liebe der Eltern ihren Kindern gegenüber eine erfrischende und beruhigende Oase dar. Aber auch Shasha, die Jüngste, vermag es, mit ihrer Unbeschwertheit und Fröhlichkeit auf dem beschwerlichen Marsch Spuren der Hoffnung zu hinterlassen.

Doch Solidarität und Menschlichkeit - zu groß ist das Leid - stößt an ihre Grenzen. Zurücklassen - und nicht umdrehen können: Das auf dem Roman "Chamelle" von Marc Durin-Valois basierende Drama versetzt den Zuschauer in Bestürzung. Begleitet wird der Film von einem schönen Soundtrack (Rene-Marc Bini) und Aufnahmen majestätischer Wüstenlandschaften.

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