Alles was ich an euch liebe

Komödie/Romanze, E/RA/P/GB 2004
Die Dalinskys: eine schräge Mischpoche

Die Dalinskys: eine schräge Mischpoche

Fernsehansagerin Leni will ihren neuen Verlobten, den Literaturprofessor Rafi der Familie vorstellen. Kein einfaches Unterfangen: Leni Dalinsky entstammt nämlich einer reichlich schrägen spanisch-jüdischen Sippe, Rafi ist Palästinenser. Daraus ergibt sich ein 90-minütiger, höchst amüsanter und temporeicher Zusammenprall der Kulturen.

Das spanische Regie-Ehepaar Teresa De Pelegri und Dominic Harari hat mit "Alles was ich an euch liebe" eine rasante, hemmungslos schwarzhumorige "Culture-Clash"-Komödie in Szene gesetzt. Das unaufhörliche Trommelfeuer der Gags, Bosheiten und Zynismen erweist sich als beachtlich, auch wenn bisweilen Schüsse ins Leere gehen. Beim Filmfestival in Locarno 2004 mauserte sich diese politisch unkorrekte Farce zum absoluten Publikumsliebling.

Das ist schon eine kuriose Mischpoche, an die der verdutzte Rafi (Guillermo Toledo) da gerät. Lenis (Marian Aguilera) ältere Schwester Tania arbeitet als Bauchtänzerin, piesackt ansonsten ihre unangenehm altkluge Tochter Paula und ist zudem stark nymphomanisch veranlagt. Ihr pubertierender Bruder David macht auf extrem orthodoxer Jude und nervt alle mit seinen Sabbat-Vorschriften. Ganz koscher ist der Junge auf keinen Fall. Mutter Gloria (Norma Aleandro) wirkt hysterisch, fühlt sich aus guten Gründen ungeliebt, hatte seit 20 Jahren keinen Sex mehr. Und dann ist da noch Opa Dudu (Max Berliner), ein klappriger Kriegsveteran, der vor Urzeiten für die Freiheit Israels gekämpft hat. Der verrückte Alte läuft den ganzen Tag mit dem Gewehr durch die enge Etagenwohnung. Einziges Problem: er ist blind.

Total meschugge, diese ganze Truppe. Der arme Rafi steht bald mit dem Rücken zur Wand, und dann unterläuft ihm ein weiterer fataler Fehler. Er lässt einen Block tiefgefrorener Suppe aus dem Fenster fallen und erschlägt damit einen Passanten auf der Straße. Später stellt sich heraus, dass der Mann noch lebt und es sich zudem um Ernesto Dalinsky handelt, den Vater von Leni. Der läuft dann mit einem kapitalen Dachschaden durch dieses Schlamassel und gerät am Ende doch noch in die richtigen Hände.

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