Alle Jahre wieder - Weihnachten mit den Coopers

Komödie, USA 2015

In dieser Familie ist Chaos vorprogrammiert

In Weihnachtsfilmen geht es meist um neue Partner, die an den Feiertagen das erste Mal der Familie vorgestellt werden ("Familie Stone"), oder Eltern auf der Suche nach dem Geschenk für das Kind. Angetrieben werden die Protagonisten vom Wunsch nach dem perfekten Fest. So ist es auch in "Alle Jahre wieder - Weihnachten mit den Coopers", auch wenn es nicht in erster Linie um Weihnachten geht.

In "Alle Jahre wieder - Weihnachten mit den Coopers" kommt die Familie erst sehr spät zu Braten und Kartoffelpüree zusammen. Zunächst werden die Familienmitglieder und ihre aktuellen Lebenskrisen getrennt vorgestellt: die Eltern Charlotte und Sam (Diane Keaton und John Goodman), die sich permanent streiten und von Trennung reden. Tochter Eleanor, die mit dem fremden Soldat Joe am Flughafen die Zeit totschlägt, um nicht so früh nach Hause zu müssen. Sohn Hank frisch geschieden und auf verzweifelter Jobsuche. Großvater Bucky, der nicht darüber hinwegkommt, dass Kellnerin Ruby (Amanda Seyfried) in seinem Stamm-Diner gekündigt hat. Schwester Emma, die sich aus einem sinnlosen Ladendiebstahl herauszureden versucht und der unglücklich verliebte Enkel Charlie mitten in der Pubertät.

Mit den Feiertagen hat der Film dennoch von Anfang an viel zu tun: Es ist die Zeit im Jahr, zu der Wunden aufgerissen werden, die sich über das Jahr ganz wunderbar verdrängen lassen. Bei den Coopers ist es die Panik davor, im Leben etwas verpasst zu haben, die Unfähigkeit, eine feste Beziehung einzugehen, die Angst, ein Versager zu sein, Einsamkeit im Alter und Frust in der Pubertät. In irgendeinem dieser Familienmitglieder findet sich wahrscheinlich jeder Kinobesucher wieder und weiß gut, wie die alljährliche Auseinandersetzung mit den engsten Verwandten diese persönlichen Krisen in den Vordergrund des Bewusstseins rückt.

Damit nicht zu viel Melancholie entsteht, wird der Film zwischendurch komisch bis absurd. Soldat Joe läuft den ganzen Abend in seinem Tarnanzug herum und Kellnerin Ruby will nach Hot Coffee, Mississippi gehen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Familienhunds, der von sich selbst in der dritten Person spricht. Das Tier ist eine Mischung aus Golden Retriever und Bernhardiner und hatte bei den Dreharbeiten wohl den größten Spaß: Er darf seine Schnauze ständig in irgendwelche Töpfe und Schüsseln stecken.

Als die vier Generationen plus ihre unerwarteten Gäste sich schließlich im Haus der Eltern zum Abendessen einfinden, explodiert - wie zu erwarten - die Stimmung. Geschrei, Chaos, Hund mit Schnauze in der Schüssel, Schlaganfall beim Opa. Am Ende finden sich alle im Krankenhaus wieder, die Lebenskrisen lösen sich wie von selbst und in der Klinik-Cafeteria wird das wohl unvermeidliche Happy End gefeiert.

"Weihnachten mit den Coopers" erinnert an "Familie Stone" von 2005. In beiden Filmen spielt Diane Keaton die Mutter, die sich ein letztes gemeinsames und perfektes Weihnachten wünscht, das zunächst auf Chaos zusteuert, dann aber doch irgendwie versöhnlich endet. Wer Spaß an "Familie Stone" hatte, dem wird auch dieser Familienfilm gefallen. Für wen Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte oder Loriots Hoppenstedts die ultimativen Feiertags-Klassiker sind, der sollte besser auf der Couch bleiben und sich Wiederholungen davon ansehen.

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