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D 2009
Gitti (Minichmayr) fühlt sich ihrem Chris fremd

Gitti (Minichmayr) fühlt sich ihrem Chris fremd

Ein junges Paar fährt nach Sardinien, weg vom Alltag, weg von den Sorgen und Ängsten, die vor allem den angehenden Architekten Chris plagen. Doch so leicht wird man den Ballast nicht los - und die Beziehung wird beim Versuch, nicht wie alle anderen zu sein, auf eine harte Probe gestellt. Bei der Berlinale preisgekrönte Beziehungsstudie mit Österreichs Schauspielstar Birgit Minichmayr.

Geprägt ist die Stimmung bei Chris und Gitti von Unsicherheit im Umgang miteinander. "Findest du mich eigentlich männlich?", fragt er und erhält nur zögerlich eine Antwort. Gitti ist sich zur gleichen Zeit über ihre Rolle nicht ganz im Klaren, beginnt zu klammern und ärgert sich gleichzeitig über Chris' Gleichgültigkeit. Die Zerrissenheit ihrer Figur konnte die 31-jährige Minichmayr, die dafür bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, gut nachvollziehen: "Mich hat meine Figur unglaublich fasziniert, wenn sie anfängt, ihr Verhalten für ihren Freund zu verändern und jemand anderer sein zu wollen - das kenne ich selber sehr gut. Man denkt, man wird durch diese Veränderungen sicherer, aber in Wirklichkeit entfernt es einen immer mehr von einem selbst."

Stein des Anstoßes ist bei Chris und Gitti das Treffen mit einem befreundeten Paar (Hans-Jochen Wagner, Nicole Marischka). Chris - von der jungen Regisseurin Maren Ade unentschlossen und schwächlich gezeichnet, trotzdem aber immer auf das spießige Ferienhaus der Eltern herabblickend - bewundert das dominante Gehabe des Schulfreundes, lässt sich bei einem Grillabend provozieren und von Gitti in Schutz nehmen, fühlt sich dabei aber auch von ihr gedemütigt. Von nun an versucht Gitti mit aufgesetzter Unterwürfigkeit, Chris nicht zu verlieren - und entfernt sich zusehends.

Man mag sich hin und wieder nämlich noch so sehr über das selbstverliebte und hilflose Mittelschicht-Pärchen, das sich ohne materielle Sorgen in einem reinen Befindlichkeitsdilemma befindet, ärgern - Ade dringt mit ihrer beobachtenden Art auch tief in die private Krise, den Geschlechterkampf, die Probleme einer Generation ein. Nach ihrem schon viel beachteten Drama "Der Wald vor lauter Bäumen" (2005) gelang der Regisseurin, die auch das Drehbuch verfasst hat, erneut eine fesselnde Studie.

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