Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

Abenteuer/Family, USA 2016

Der verrückte Hutmacher braucht die Hilfe von Alice

Vor sechs Jahren sorgte der Regie-Exzentriker Tim Burton mit seiner kongenialen Verfilmung von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" für Furore. Das Fantasy-Spektakel mit Mia Wasikowska und Johnny Depp entpuppte sich 2010 als Publikumserfolg. Jetzt liegt die Fortsetzung "Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln" - diesmal unter der Regie von James Bobin - vor.

Zu Beginn erleben wir Alice, wiederum gespielt von Mia Wasikowska, die als Kapitänin auf hoher See das Schiff ihres verstorbenen Vaters durch alle Stürme führt. Wir haben es also mit einer emanzipierten, tatkräftigen jungen Frau zu tun. Aber sobald Alice dann mittels des magischen Spiegels im Wunderland ankommt, ist sie eben wieder eher das kleine staunende Mädchen - geschrumpft auf Normalmaß.

Sie trifft den verrückten Hutmacher (Johnny Depp), dessen strahlend orangefarbenen Locken vor Kummer weiß geworden sind. Der arme Kerl vermisst seine Familie, Alice soll sie suchen. Also begibt sie sich zum finsteren Herrn der Zeit, gespielt von Sacha Baron Cohen ("Borat"), um mit der "Chronosphäre", einer magischen Kugel, zurück in die Zeit zu reisen. Diese Wundermaschine mit ihren Hebeln und Zeigern ähnelt ein wenig dem Gefährt aus dem Sci-Fi-Klassiker "Die Zeitmaschine" von 1960.

So gibt sich der Film einen nostalgischen Anstrich, aber die Versatzstücke passen nicht recht zusammen. Es dominiert der bonbonbunte Kinderspaß mit weißen Kaninchen, Teetafel, Grinsekatze und den eierrunden Brüdern Diedeldum und Diedeldei. Dazu passen dann mehr schlecht als recht die schaurigen Momente, für die Sacha Baron Cohen als finsterer Herr der Zeit verantwortlich ist. Ein tickendes Geschöpf der Nacht, halb Mensch, halb Uhr, der für jeden Lebenden eine eigene Uhr bereithält, die unweigerlich abläuft.

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