Albert Schweitzer Ein Leben für Afrika

Drama, D/ZA 2009
Ein Film in warmen, friedlichen Tönen

Ein Film in warmen, friedlichen Tönen

Er war Humanist und Despot, Theologe und Arzt, Orgelspieler und Friedensnobelpreisträger. Der legendäre Tropenarzt Albert Schweitzer (1875-1965) lässt sich nur schwer fassen, und die Liste der Attribute und Bezeichnungen scheint fast unendlich. Mit seinem Film "Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika" hat Regisseur Gavin Millar versucht, ein Porträt des Urwaldarztes zu zeichnen.

Herausgekommen ist ein Afrikafilm mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen in warmen, friedlichen Tönen. Millar konzentriert sich auf die Jahre 1949 bis 1954, die ersten Jahre des Kalten Krieges und der fanatischen Kommunistenjagd in den USA. Seinen Traum von einem Urwaldkrankenhaus hat der angesehene Theologe und Mediziner Schweitzer (Jeroen Krabbé) da zusammen mit seiner Frau Helene (Barbara Hershey) schon verwirklicht. Die beiden reisen in die USA, um dort mit Konzerten und Vorträgen, bei denen Schweitzer seine Ethik der "Ehrfurcht vor dem Leben" vertritt, Spenden für eine Leprastation zu sammeln. Der stets gut gelaunte Schweitzer wird frenetisch gefeiert. Doch die Stimmung kippt, als sich Schweitzer mit seinem Freund Albert Einstein (skurril: Armin Rhode) zeigt und mit dessen Anti-Atombomben-Kampagne sympathisiert. Schweitzer sieht sich nicht als politischer Mensch, hadert, ob er sich öffentlich gegen die Atomkraft stellen soll.

So gerät auch Schweitzer ins Visier der US-Geheimdienstes, der einen Spitzel auf den Arzt ansetzt. Als Journalist getarnt gelingt es diesem, der Familie Schweitzer nahe zukommen. Er besucht die Urwaldstation Lambaréne im heutigen Gabun, und spannt die Unzufriedenheit der dortigen Regierung und sogar Mitarbeiter von Schweitzer für seine Zwecke ein. Gezielte Sabotageakte und ausbleibende Spenden gefährden die Krankenversorgung, Schweitzers Lebenswerk droht die Schließung. Doch der Arzt gibt nicht auf, glaubt an das Gute im Menschen und an die Notwendigkeit den Menschen in Afrika zu helfen - auch um etwas der Schuld abzutragen, die die Kolonialherren auf die Europäer geladen haben.

In wenigen Rückblenden erzählt Millar von den Anfängen des Urwaldkrankenhauses und endet mit der Friedensnobelpreisrede Schweitzers 1954 in Oslo. Dabei zeichnet er anfangs einen gutmütigen, humorvollen Menschen mit liebenswerten, harmlosen Marotten, der trotz der Ernsthaftigkeit seines Handels stets einen lockeren Spruch auf den Lippen hat ("Ihr Amerikaner könnt wirklich keinen Kaffee kochen"). Doch im Laufe des knapp zweistündigen Films werden auch die anderen Seiten des Gutmenschen deutlich: Er ist selbstgefällig, despotisch und patriarchalisch. Für seine gute Sache müssen alle anderen zurückstecken. Das bekommt seine Familie, vor allem seine Tochter Rhena schmerzlich zu spüren, die sich zeitlebens von ihrem Vater vernachlässigt fühlt.

Kinotipps
Ballon

Ballon

Deutscher Thriller von Michael Herbig über die Ballonflucht aus der DDR

Kinotipps
I Can Only Imagine

I Can Only Imagine

Christlicher Dramafilm rund um die meistverkaufte christliche Single

Kinotipps
Die Unglaublichen 2

Die Unglaublichen 2

Die Superhelden-Familie kämpft gegen eine neue Bedrohung!

Kinotipps
Mamma Mia! Here We Go Again (Sing-A-Long)

Mamma Mia! Here We Go Again (Sing-A-Long)

Neben mitreißenden ABBA-Songs und viel Spaß gibt es auch große Gefühle

Kinotipps
Auguste Rodin

Auguste Rodin

Film zum 100. Todestag von Auguste Rodin, dem Wegbereiter der modernen Skulptur

Kinotipps
Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Kinotipp: Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Jack Black und Cate Blanchett in einem witzigen Fantasy-Abenteuer