Actrices

Komödie/Drama, F 2007
Marcelline ist 40, kinderlos und Single

Marcelline ist 40, kinderlos und Single

Kinder, Küche, Kirche. Themen, mit denen die Schauspielerin Marcelline groß geworden ist und die sie nun, im Alter von 40 Jahren, mehr denn je verfolgen. Die französisch-italienische Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi hat in "Actrices" ihre eigene Midlife-Crisis kunstvoll inszeniert. In ihrer zweiten Arbeit als Regisseurin lässt sie die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

"Ich wollte Menschen zeigen, die leben. Wir leben und träumen, wir schlagen eine bestimmte Richtung ein, und irgendwann glauben wir, dass wir uns getäuscht haben. Wir wollen umdrehen, den Weg, die Richtung ändern", sagte Valeria Bruni-Tedeschi, als sie ihren Film im Vorjahr auf der Viennale vorstellte. Schauspielerin Marcelline (Bruni Tedeschi) spielt Natalja Petrowna, befindet sie sich doch mitten in den Theaterproben zu Turgenjews zeitlosem Klassiker "Ein Monat auf dem Lande". Sie selbst fühlt sich jedoch ganz und gar nicht zeitlos und unvergänglich. Sie steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag, allein und kinderlos und ihr Dasein auf der Bühne fristend, begleitet von ihrer jung gebliebenen Mutter (Marisa Bonini), die ihr ungefragt gut gemeinte Ratschläge erteilt.

Auch ihr junger attraktiver Schauspielerkollege Eric (Louis Garrel) schafft es trotz Annäherung nicht, Marcelline aus ihren Selbstzweifeln zu befreien. Unaufhaltsam rutscht sie in eine Parallelwelt aus Traum und Wahrheit, Leben und Tod, sowie Wunsch und Wirklichkeit. Dabei trifft sie nicht nur alte und auch tote Weggefährten, sondern es erscheint ihr auch der Geist ihrer eigenen Bühnenfigur. Marcelline sieht sich durch diese Begegnungen mehr und mehr mit ihren ganz persönlichen, und doch existenziellen Fragen konfrontiert, für deren Beantwortung sie sich auf die Suche nach sich selbst machen muss.

Valeria Bruni-Tedeschi, die vorwiegend im französischen Arthouse-Kino zu sehen ist ("5X2", "Die Zeit, die bleibt"), hat eine skurrile Tragikomödie geschaffen, die gekennzeichnet ist von abrupten Plotwechsel. Komisches schwenkt im Minutentakt über ins Tragische, reale Situationen verweben sich plötzlich mit absurden. Marcelline läuft von einem Fettnäpfchen ins nächste, gibt mal den arroganten und starken Theaterstar, nur um im folgenden Moment in ein fast schon kindlich-zartes Verhalten überzugehen.

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