Abschied - Brechts letzter Sommer

Drama/ , D/PL 2000

"Brecht ist sehr treu, leider zu vielen Frauen", Helene Weigel, ihres Zeichens Ehefrau des deutschen Dramatik- und Literaturgenies, bringt es auf den Punkt. Regisseur Jan Schütte inszeniert einen der letzten Tage im Leben von Bertold Brecht. Und wie immer geht es nur um das Drama mit den Frauen... ****

Der letzte Tag eines ungewöhnlichen Sommers im Jahre 1956, an dessen Ende Brecht an einem Herzversagen stirbt. Noch befindet sich Brecht in einer spätsommerlichen Ferienidylle am brandenburgischen Schermützelsee. Bei ihm sind sie alle versammelt, seine neuen und alten Musen: Ehefrau Helene Weigel und Tochter Barbara, die Assistentin Elisabeth Hauptmann, die abgetakelte, ehemalige Geliebte Ruth Berlau, die aufstrebende Schauspielerin Käthe Reichel und die politisch engagierte Isot Kilian, Ehefrau des regimekritischen Philosophen Wolfgang Harich. Sie schwimmen, schreiben, rauchen, essen, reden, streiten und schweigen sich an. Nur Weigel behält in diesem Chaos von Eifersucht, Verrat, Abhängigkeiten, Feigheiten und Lüsten den Überblick.

"Er konnte sich in Herzenssachen nicht entscheiden", analysiert Jan Schütte seine Sicht Brechts, "nicht für eine Frau, nicht für einen Lebensstil, nicht für eine Lebensphase. Dass er schließlich an Herzversagen, an einem kranken Herzen starb, ist tragisch und nicht ohne Ironie."

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