A Cure For Wellness – In der Klinik, aus der keiner entkommt

Thriller, D/USA 2016

In diesem Schweizer Sanatorium geht es nicht mit rechten Dingen zu

Der Fluch der Karibik-Macher schickt uns diesmal in ein Schweizer Sanatorium wie aus einem düsteren Traum, in dem Logik und Sinn ausgelöscht werden

Darum geht's in ‚A Cure for Wellness‘

In einem New Yorker Finanzkonzern herrscht Panik: Der wichtigste CEO hat in einem Brief mitgeteilt, dass er nach seiner Kur in der Schweiz nicht zurückkehren werde. Weil dieser Mann allein zeichnungsberechtigt ist für ein bedeutsames Projekt, wird Jung-Karrierist Lockhart (Dane DeHaan) hingeschickt, um den Chef zurückzuholen. Doch durch einen Unfall vor Ort wird Lockhart selbst dort Patient des freundlichen, aber alles beherrschenden Klinikleiters Dr. Volmer (Jason Isaacs).

Mit gebrochenem Bein forscht er nach und findet heraus, dass niemand dort je wieder ausgecheckt hat. Alle wollen bleiben und sich den seltsamen Wasserkuren hingeben, auch die junge, geheimnisvolle Langzeitpatientin Hannah (Mia Goth), die scheinbar noch nie draußen war. Je mehr sich Lockhart gegen das Sanatorium wehrt, umso tiefer gerät der in den Sog der seltsamen Umstände und Ereignisse.

Unsere Meinung zu ‚A Cure for Wellness‘

Gore Verbinskis düstere Grottenbahnfahrt beginnt verheißungsvoll: großartige Bilder, viel Atmosphäre, gute Schauspieler und ein Production Design, das Gänsehaut erzeugt. Doch mit dem Übertritt aus der digitalen Businesswelt ins seltsam analoge Siebzigerjahre-Universum der Klinik geht erst die grundlegende Logik, schließlich auch die Story verloren. Eigentlich kann diese von Franz Kafka, Mary Shelley, Thomas Mann, James Bond, David Lynch und vielen anderen inspirierte Gothic-Melange nur ein (zu wenig angedeuteter) Albtraum sein, aber das wird nie geklärt.

Vor allem die Auflösung nach überlangen 147 Minuten ist eine wirre Räuberpistole, die mehr Fragen aufwirft, als sie beantworten kann. Aber echte Fans wird das nicht abhalten. Erfreulich der Austrobeitrag: Susanne Wuest (Ich seh, Ich seh), vor allem aber Johannes Krisch (Jack, Revanche) als zwielichtiger Handlanger passen perfekt in die große Hollywood-Produktion. Krisch: „Seit ich für Revanche bei den Oscars war, bin ich angefixt auch vom großen Hollywood-Kino. Der große Luxus hier ist: Zeit zu haben!“

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