4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

Drama/ , RO 2007
Goldene Palme für Abtreibungsdrama

Goldene Palme für Abtreibungsdrama

Der Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" war schon in den Tagen vor der Preisverleihung als einer der großen Favoriten für die Goldene Palme in Cannes gehandelt. Nun hält der rumänische Regisseur Cristian Mungiu die Auszeichnung der 60. Filmfestspiele in den Händen. In seinem Streifen zeigt Mungiu die dramatische Situation einer jungen Frau, die in den 80ern illegal in Rumänien abtreiben will.

Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage ist die Studentin Gabita (Laura Vasiliu) bereits schwanger. Viel zu lange, um noch eine Abtreibung vorzunehmen, schon gar keine illegale. Auch steht unter dem Ceausescu-Regime eine solche Tat unter strenger Strafe. Doch der "Engelmacher" Dr. Bebe (Vlad Ivanov) erklärt sich trotzdem dazu bereit, die Abtreibung vorzunehmen. Für Gabitas Freundin Otilia (Anamaria Marinca) wird der Vorsatz, ihrer Freundin zu helfen, zum Weg durch die Hölle.

Regisseur Cristian Mungiu ("Occident") hat die Qualen zweier 20-jähriger Frauen, die ihre Schwangerschaft auf illegalem Wege zu beenden versuchen, in einen politischen Kontext gesetzt. Der Kommunismus unter dem Diktator Nicolae Ceausescu liegt in den späten 80er Jahren bereits in den letzten Zügen. Das Studentenheim, in dem sich die Technik-Studentinnen ein winziges Zimmer teilen, ist ein Abbild des wirtschaftlich und moralisch komplett bankrotten Ceausescu-Regimes: Gefälligkeiten, Abhängigkeiten und Bestechungsmanöver, in dem Studentenwohnstätten zu Schwarzmärkten umfunktioniert und Informationen über die Zigaretten-Vorlieben bestimmter Professoren unbedingt notwendig sind, um gut durch das Studium zu kommen.

Mungiu agiert in seinem Film ähnlich wie ein Zeitzeuge, der im Nachhinein die Grausamkeiten eines Terrorregimes sichtbar macht. Der Gewinner der Goldenen Palme macht anhand von Alltagsritualen und sehr persönlichen Unterhaltungen sichtbar, wie schwer diesen jungen Frauen ihre Entscheidung gegen das Kind in der streng patriarchalischen Gesellschaft gefallen sein muss.

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