21 Jump Street

Action/Komödie, USA 2012
Der Action-Spass unterhält auch heute

Der Action-Spass unterhält auch heute

Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Erstausstrahlung kommt die Geschichte der US-Serie "21 Jump Street" auf die Leinwand. Die Kinoversion ist eine grelle Satire um junge Cops, die verdeckt als Schüler ermitteln. Heute wie damals mischt Johnny Depp mit.

Kinoadaptionen von Fernsehserien schneiden im Rennen um Kreativpreise selten gut ab - werden doch Erfolgsrezepte oft eher lieblos für die Leinwand wiederaufgebrüht. Die US-Comedy "21 Jump Street" hingegen stellt das übliche Verhältnis zwischen Original und Adaption auf den Kopf: Der satirische Hollywoodfilm ist deutlich einfallsreicher als sein gleichnamiges Vorgängerwerk aus den 1980er Jahren mit Johnny Depp, das Teenager-Probleme didaktisch aufbereitete. Jonah Hill ("Superbad") trumpft in der Kinoversion als Pfundskerl auf. Der Kassenschlager spielte bisher weltweit rund 175 Millionen Dollar (über 133 Millionen Euro) ein.

Die Story ist simpel, was in derben US-Komödien kein Nachteil sein muss: Zwei stümperhafte Jungpolizisten (Hill und Channing Tatum, "Der Adler der neunten Legion") sehnen sich nach großkalibriger, PS-starker Verbrecherjagd - und werden nach dem Abschluss ihrer Grundausbildung nur als radelnde Parkwächter eingesetzt. Als ihnen dann doch ein paar Kleinkriminelle vor die Füße fallen, verpatzen sie die Festnahme. Bei ihrem Chef unten durch, werden sie zu der Adresse "21 Jump Street" abkommandiert: Dort ist der Sitz einer Milchbubi-Spezialeinheit, deren Mitglieder undercover als Schüler ermitteln und Drogendealer an der Highschool auffliegen lassen sollen.

Die Fernsehserie "21 Jump Street - Tatort Klassenzimmer" lief in den USA in Erstausstrahlung von 1987 bis 1991 und führte zu der RTL-Adaption "SK-Babies". Junge Cops klären im Schüler-Outfit Teenager-Fälle von Erpressung oder Drogenhandel auf. Die Serie "21" wäre wohl längst vergessen, wenn sie nicht der Startschuss für Johnny Depps Hollywoodkarriere gewesen wäre. Depp gab zu Beginn den biederen Jungspund mit Seitenscheitel, der Saxofon spielt und sich einfühlsam um seine Mitmenschen kümmert, rote Rosen im Gepäck inklusive. Die Botschaft der Serie: Nehmt die Probleme unserer Jugend ernst.

Wer bei solch einfacher Mattscheiben-Moral lieber weiterzappen will, ist in der Kinoauflage von "21 Jump Street" genau richtig. Denn ernstgenommen wird hier gar nichts mehr: Der Humor ist schrill, die Dick-und-Doof-Figuren grell überzeichnet, die Dialoge geschliffen.

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