2046

Drama/Romanze, RC/F/D/HK 2004
Berührendes vom chinesischen Starregisseur

Berührendes vom chinesischen Starregisseur

Die Zahl des Filmtitels verweist nur peripher auf die Zukunft. Hauptsächlich steht "2046" für die Zimmernummer eines Hotels im Hongkong der 60er Jahre, das für den Science-Fiction-Autor Chow (Tony Leung) zum Dreh- und Angelpunkt seiner Suche nach dem persönlichen Glück wird. Ein betörender, sensueller Streifen des chinesischen Bildervirtuosen Wong Kar Wai.

2046, diese Jahreszahl hat in Hongkong eine spezielle Bedeutung: Nach diesem Jahr verliert die ehemalige britische Kronkolonie ihre partielle Verwaltungsunabhängigkeit gegenüber China. Wong Kar Wais "2046" ist um vieles weniger diesseitig, und eigentlich auch kein Zeitpunkt, sondern ein Ort - zum Raum wird hier die Zeit.

In assoziativen Bahnen etabliert der Film 2046 als fiktiven Ort, an den Chow in seinen Büchern eine imaginierte und mit Erotik gewürzte Liebesgeschichte verlegt, die er jedoch immer stärker mit seiner persönlichen Beziehungs-Geschichte verwebt. Traumartige Bilder von zukünftigen Städten und vor allem einem unheimlichen High-Tech-Zug, in den die Reisenden nach 2046 steigen müssen und den erst eine Person benützt hat, um diesen Ort der Erinnerung wieder zu verlassen, tauchen auf.

Der Großteil des Streifens spielt jedoch im "Oriental Hotel" im Jahr 1966, in dem Chow seine Bücher schreibt, und wo den Lebemann die Erinnerung an die drei wichtigen Frauen seines Lebens überkommt, wo er sich seiner unerfüllten großen Liebe ebenso erinnert wie der Zurückweisung der einzigen Frau, die ihn wirklich geliebt hat.

Der Film ist von Kamermann Christopher Doyle in Bilder zum Schwelgen verpackt, aus denen emporzusteigen fast ebenso schwer fällt wie den einmal nach "2046" Gelangten, diesen Ort wieder zu verlassen. Wer sich die Zeit nimmt, "2046" zu erreichen, wird einen der schönsten Filme der jüngsten Zeit finden.

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