20 Feet from Stardom

Dokumentation, USA 2013
Die Doku widmet sich den Backgroundsängerinnen

Die Doku widmet sich den Backgroundsängerinnen

Bruce Springsteen, Sting und Mick Jagger sind hier nicht die Stars: Im Oscar-prämierten Dokumentarfilm "20 Feet From Stardom" kommen sie zwar zu Wort, müssen das Rampenlicht aber jenen überlassen, die sonst nur in der zweiten Reihe stehen: ihren Backgroundsängerinnen. Diesen hat Regisseur Morgan Neville ein filmisches Denkmal gesetzt.

Ob die mitreißende Textzeile "Hit the Road, Jack and don't you come back no more" für Ray Charles oder der immer lauter werdende Chor in Lou Reeds "Walk on the Wild Side": Wenn wir bei Hits von einst mitsingen, dann meist mit den Backgroundsängerinnen, nicht mit dem Leadsänger. Obwohl ihre Stimmen auf millionenfach verkauften Alben zu hören sind, blieben sie im Hintergrund - in der öffentlichen Aufmerksamkeit ebenso wie auf der Konzertbühne. Das Talent für eine eigene Musikkarriere hatten sie alle. Doch für Weltruhm braucht es mehr als eine großartige Stimme - gutes Material, einen engagierten Produzenten und die gewisse Portion Glück, sagt Sting.

Unter den Protagonistinnen von "20 Feet from Stardom" hat es mit Darlene Love nur eine einzige selbst in die erste Reihe und sogar in die Rock and Roll Hall of Fame geschafft. Für den umstrittenen Produzenten Phil Spector sang sie in den frühen 60er Jahren zahlreiche Hits ein, war die Leadstimme in Chartstürmern wie "Today I Met The Boy I'm Gonna Marry" oder "Christmas (Baby Please Come Home)" und doch nirgendwo genannt. Gospel-Diva Merry Clayton ist auf "Gimme Shelter" der Rolling Stones verewigt - ein Song, für dessen spontane Aufnahme sie einst mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt und im Pyjama in ein Studio gefahren wurde. Ein eigener Hit war ihr aber nie vergönnt. Anders als Stings Backgroundsängerin Lisa Fischer, die einen Grammy ihr eigen nennen kann.

Regisseur Morgan Neville lässt seine einzelnen Protagonistinnen munter erzählen und zeigt sie in eigens inszenierten Studio-Einlagen oder Archiv- und Konzertaufnahmen auf den Bühnen dieser Welt neben Größen wie Ray Charles, Joe Cocker, Elvis oder Luther Vandross, der einst selbst Backgroundsänger für David Bowie war. Mit dazwischen gestreuten Interviews von anderen Lead- und Backgroundkünstlern wird auch das Musikgeschäft an sich und dessen Entwicklung umfasst.

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