15 Minuten Ruhm

Krimi/Thriller, USA 2001

Sensationsjournalismus und die Wirkung der Massenmedien stehen im Mittelpunkt dieses von John Herzfeld inszenierten Actionthrillers. Zwei tschechische Ex-Häftlinge leben den amerikanischen Traum. Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft in den USA sind Emil und Oleg bereits Fernsehstars: Denn sie sind brutale Gangster, die ihre scheußlichen Verbrechen filmen und die Aufnahmen ans Fernsehen verkaufen. ****

Herzfeld greift damit ein Thema auf, das 1994 bereits Oliver Stone in dem umstrittenen Film "Natural Born Killers" verarbeitet hatte: Das Zusammenspiel von auf Einschaltquoten versessenen Medien und einem skrupellosen Verbrecher-Duo, das die Fernsehstationen an seinem blutigen Tun teilhaben lässt. In diesem Streifen wird das Reality-TV zur Anregung für die Gangster. Mit Staunen sehen sie einen Mörder, der unter fragwürdigen Umständen freigesprochen wurde und nun Interviews gibt. "In Amerika ist niemand verantwortlich für das, was er tut", folgert Emil.

"Sicher gibt es Verbrecher, die sogar mit einem Mord davonkommen", sagt der Schauspieler Edward Burns, "aber der Film übertreibt natürlich." Für ihn war der Part eines Feuerwehrinspektors die erste Hauptrolle in einer großen Hollywood-Produktion. Zusammen mit Robert De Niro, der den Polizisten Eddie Flemming spielt, jagt Burns die mörderischen Hobbyfilmer. Regisseur und Drehbuchautor Herzfeld wollte mit dem Film die wachsende Bedeutung von Ruhm und Berühmtheit in der amerikanischen Gesellschaft zeigen. "Man glaubt gar nicht, was Leute alles machen, um ins Rampenlicht zu kommen. Klatschnachrichten und tägliche Talkshows beweisen, dass die Medien auch alles zeigen, was Zuschauer einbringt", meint er.

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